Freibäder in Hessen - Hitze bringt Personal an Grenzen
In diesem heißen Sommer suchen viele Menschen Abkühlung in Freibädern. Für das Personal bedeutet das hohe Belastungen, aber auch die Technik kommt bisweilen an die Grenzen
Bei heißem Wetter finden viele den Weg ins Freibad (Symbolbild) Swen Pförtner/dpa
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Das heiße Wetter in diesem Sommer hat die Betreiber der Freibäder in Hessen vor besondere Herausforderungen gestellt. „Wir haben ja nun eine wirklich sehr, sehr langanhaltende Hitzephase gehabt, ohne zwischenzeitliche Abkühlung“, sagt Maximilian Faber vom Landesverband Hessen des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister und Betriebsleiter des Freibads in Friedrichsdorf (Hochtaunuskreis).
Auch habe es wenige Unwetter gegeben, die mal den Besucherstrom unterbrochen hätten. „Organisatorisch ist das für uns als Badbetreiber natürlich damit verbunden, dass wir den hohen Besucherzahlen oder dem dauerhaft höheren Besucheraufkommen Rechnung tragen müssen, indem wir unseren Personaleinsatz erhöhen.“
Mehr Überstunden und zusätzliche Dienste
Und mehr Personaleinsatz bedeute für die Kolleginnen und Kollegen in der Regel mehr Überstunden und zusätzliche Dienste. In Sommern mit kurzen Hitzephasen könne man das gut abdecken. Aber: „Dieses Jahr war schon die Herausforderung, über viele Wochen am Stück entsprechend mehr Personal auffahren zu können. Und das bringt natürlich dann die Kollegen auch an Belastungsgrenzen“, sagt der 37-Jährige.
Zudem habe man auch gemerkt, „dass dem ein oder anderen Badegast sicherlich die Sonne dann ein bisschen zu sehr aufs Dach gebretzelt hat“. So habe es dann auch mal ein paar mehr Konfliktsituationen und Diskussionen in die Bäder gegeben. Doch Faber betont auch: Die überwiegende Mehrzahl der Bäder, nicht nur in Hessen, seien „Orte eines unbeschwerten Badevergnügens ohne übermäßiges Konfliktpotenzial und ohne gewalttätige Auseinandersetzungen“.
Auch Technik kommt bisweilen an die Grenzen
Laut dem Experten sind bisweilen nicht nur die Menschen, sondern ist auch die Technik an ihre Grenzen gekommen. „Wir haben dauerhafte Belastungen in den Becken, das führt dazu, dass die technischen Anlagen irgendwann am Limit fahren, um die Hygieneparameter halten zu können“. So sei es gerade auch bei Bädern, die eher auf biologische Wasseraufbereitung setzen, auch immer wieder zu zwischenzeitlichen Schließzeiten gekommen.
Nach Meinung von Faber braucht es dringend mehr Fachkräfte. „Personalmangel ist tatsächlich einer der Punkte, der uns nicht nur in Hessen, sondern bundesweit auch umtreibt.“ Oft gebe es ja schon zu wenig Personal in Bädern, um überhaupt Grundzeiten zur Verfügung zu stellen. Und: „Durch den demografischen Wandel wird sich das Thema noch verschärfen. Die älteren Kollegen gehen in Ruhestand, es kommen weniger junge Kollegen nach.“