Etwas geringere Getreideernte im Norden erwartet
Wie viel Getreide werden die Bauern in Schleswig-Holstein in diesem Jahr einfahren? Das Ergebnis hängt wie immer stark vom Wetter ab.
Die Ernte läuft auch in Schleswig-Holstein noch. (Symbolbild)Georg-Friedrich Moritz/dpa
© Georg-Friedrich Moritz/dpa
Das Statistikamt Nord rechnet mit einer etwas geringeren Getreideernte in Schleswig-Holstein als im vergangenen Jahr. Grundlage für die Schätzung sind die vorläufigen Ergebnisse der sogenannten Bodennutzungshaupterhebung. Danach werden im nördlichsten Bundesland auf fast 650.000 Hektar Ackerfrüchte angebaut. Das entspricht gut 41 Prozent der Landesfläche.
Nach der Prognose mit Stand Ende Juni wird für Schleswig-Holstein eine Erntemenge für Getreide (ohne Körnermais) von rund 2,3 Millionen Tonnen erwartet, wie das Statistikamt mitteilte. Das wären knapp fünf Prozent weniger als 2015. Damit läge die Erntemenge knapp unter dem sechsjährigen Durchschnittswert.
Davon entfielen rund 239.000 Hektar auf Wintergetreide, also Getreide, das bereits im Herbst gesät wird. Dessen Anbaufläche verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um knapp drei Prozent, so das Statistikamt Nord.
Größten Anteil an Erntemenge hat Winterweizen
Mit voraussichtlich mehr als 1,1 Millionen Tonnen auf einer Anbaufläche von gut 128.000 Hektar wird der überwiegende Teil der Erntemenge laut Prognose auf Winterweizen einschließlich Dinkel entfallen. Das wären fast 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Gründe seien eine geringere Anbaufläche und derzeit etwas geringere Ertragserwartungen.
Das Statistikamt erwartet auch eine etwas geringere Rapsernte als 2025. Gründe sind eine um knapp drei Prozent auf 61.000 Hektar reduzierte Anbaufläche und eine nur minimal höhere Ertragserwartung. Erwartet wird eine Ernte von rund 234.000 Tonnen. Das wären zwei Prozent weniger als im Vorjahr und knapp 14 Prozent weniger als der sechsjährigen Durchschnittswert.
Silomais mit größter Anbaufläche
Die häufigste Kultur in Schleswig-Holstein bleibt Silomais, der in diesem Jahr auf mehr als 170.000 Hektar wächst. Seine Anbaufläche nahm im Jahresvergleich um gut neun Prozent zu.
Nach Angaben des Statistikamts beruht die Ernteprognose auf den Einschätzungen von 480 Ernteberichterstattern zum Stand Ende Juni in Schleswig-Holstein. Zum Schätzzeitpunkt hatte die Ernte noch nicht begonnen. Das Ernteergebnis wird stark durch den Witterungsverlauf beeinflusst, so dass die endgültigen Ergebnisse von den jetzt veröffentlichten Daten abweichen können, wie das Statistikamt betonte.
Landwirtschaftskammer sieht regionale Unterschiede
Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hatte vor wenigen Tagen von regional unterschiedlichen Ernteergebnissen gesprochen. Bei der Wintergerste seien die Erträge vor allem im Norden Schleswig-Holsteins gut. Im Südosten gebe es teilweise Einschränkungen durch Trockenheit und Hitze. Starke Gewitter Mitte Juli hätten vor allem im Süden des Landes teilweise erhebliche Schäden in allen Kulturen verursacht.
Günstige Bedingungen beim Raps
Beim Raps deuten die ersten Ergebnisse demnach auf zufriedenstellende Erträge hin. Die Witterungsbedingungen seien im ersten Halbjahr 2026 insgesamt günstig gewesen, der Krankheitsdruck überwiegend niedrig. Regional sei aber ein erhöhter Befall durch die Kohlschotenmücke aufgetreten, die erheblichen Schaden am Raps anrichten kann.