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Erpressungsversuch mit Nacktbildern im Eichsfeld

Eben fühlte es sich aufregend an, dann droht ein Fremder, pikante Aufnahmen zu veröffentlichen. Wie ein Eichsfelder in so eine Lage geriet und was hinter „Sextortion“ steckt.

Von dpa

19.07.2026

Im Eichsfeld ist ein junger Mann Opfer einer versuchten Erpressung mit Nacktbildern von sich geworden. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa

Im Eichsfeld ist ein junger Mann Opfer einer versuchten Erpressung mit Nacktbildern von sich geworden. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa

© Marcus Brandt/dpa

Weil ihm gedroht wurde, seine Nacktaufnahme an seine Follower zu versenden, hat ein junger Mann aus dem Eichsfeld die Polizei eingeschaltet. Die Bilder habe der junge Mann zuvor selbst von sich gemacht und über eine Social-Media-Plattform verschickt, teilte die Polizei mit. 

Anschließend sei er von einer unbekannten Person kontaktiert worden, die Geld forderte mit der Drohung, die Aufnahmen sonst weiterzugeben. Statt tatsächlich zu zahlen, sei der betroffene junge Mann am Samstag bei der Polizei erschienen und habe Anzeige erstattet. 

Fall ein Beispiel für sexualisierte Erpressung 

Unter anderem das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor solchen sogenannten Sextortion-Versuchen. Dabei geht es um Erpressung mit Nacktbildern meist übers Internet. Täter nehmen etwa über Social-Media-Plattformen zuerst Kontakt zu einem möglichen Opfer auf und bauen ein Vertrauensverhältnis auf. In manchen Fällen sind sie schon vorher mit den späteren Betroffenen bekannt. 

Irgendwann werden die Betroffenen dann aufgefordert, Nacktbilder von sich zu verschicken, oder etwa im gemeinsamen Videochat an sich selbst sexuelle Handlungen vorzunehmen. Die Täter drohen dann, das Bild- oder Videomaterial online zu veröffentlichen oder an Familie und Freunde zu schicken, wenn die Opfer kein Geld zahlen sollten. 

Manche Erpressungsversuche ohne tatsächliches Material

In manchen Fällen drohen Täter auch, angeblich kompromittierende Aufnahmen der Betroffenen zu veröffentlichen, die es gar nicht gibt oder die entsprechend manipuliert wurden. Oft handelt es sich bei den Tätern laut BKA um organisierte Banden, die aus dem Ausland heraus agieren. Männer werden demnach häufiger Opfer solcher Maschen, aber auch Frauen kann es treffen. 

Vorbeugend empfiehlt die Polizei etwa keine Nacktaufnahmen zu verschicken und zurückhaltend mit der Veröffentlichung eigener sensibler Daten umzugehen. Auch sollten Videochats nicht vorschnell angenommen werden. Betriebs- sowie Virenschutzsysteme sollten auf dem aktuellen Stand sein.

Wer bereits betroffen ist, sollte kein Geld zahlen. Meist gehe die Erpressung nach Zahlung weiter. Stattdessen sollte etwa bei der Polizei Anzeige erstattet und das weitere Vorgehen besprochen werden.

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