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Erasmus im Handwerk - wenn Azubis ins Ausland gehen

Schweißen unter der Karibik-Sonne oder die Restaurierung eines alten Klosters: Erasmus Plus ermöglicht Auslandspraktika für Brandenburger Azubis im Handwerk. Warum davon auch die Betriebe profitieren.

Von dpa

11.09.2026

Viele Auszubildende im Handwerk zieht es Richtung Mittelmeer. (Symbolbild)Fabian Sommer/dpa

Viele Auszubildende im Handwerk zieht es Richtung Mittelmeer. (Symbolbild)Fabian Sommer/dpa

© Fabian Sommer/dpa

Griechenland, Malta oder sogar die französische Karibikinsel Martinique: Hunderte Auszubildende in Brandenburg machen jedes Jahr ein mehrwöchiges Auslandspraktikum in ihrem Handwerk. Gefördert werden viele von ihnen durch das sogenannte Erasmus-Plus-Programm der drei brandenburgischen Handwerkskammern. 

Im vergangenen Jahr seien 262 Menschen aus Brandenburg über das Programm ins Ausland gegangen oder hierhergekommen - beispielsweise als Fliesenleger, KFZ-Mechanikerin, Lackierer oder Tischlerin, teilte eine Sprecherin des brandenburgischen Handwerkskammertages mit. Bis zum Sommer 2026 seien es noch mal rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewesen. Erasmus Plus fördert über die Handwerkbetriebe unter anderem Praktika für Auszubildende oder auch Aufenthalte für junge Fachkräfte im europäischen Ausland.

Arbeiten an Jachten und Restauration eines italienischen Klosters

„Besonders beliebt sind Spanien und Italien“, sagte die Handwerkskammer-Sprecherin. Weitere Auslandsaufenthalte führten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem nach Dänemark, Österreich, Schweden, Finnland, Norwegen oder in die Schweiz. Das Programm stehe grundsätzlich allen Handwerksberufen offen. 

Besonders häufig vertreten seien die Bauberufe, darunter Maurer, Fliesenleger und Straßenbauer, außerdem das Kfz-Handwerk, der Metallbau, das Elektrohandwerk sowie Tischler, Maler und Lackierer und Bäcker. Die Praktika finden demnach überwiegend in kleinen und mittleren Handwerksbetrieben sowie in Berufsbildungszentren statt.

Ein außergewöhnliches Beispiel war laut der Sprecherin ein Metallbau-Auszubildender aus Potsdam. Im November 2025 sei er für ein Praktikum auf Martinique gewesen und habe dort Montage- und Schweißarbeiten an hochwertigen Jachten gemacht. „Die Arbeiten mussten trotz der ungewohnten klimatischen Bedingungen besonders präzise ausgeführt werden.“ Während seines Aufenthalts lebte er demnach auf einem kleinen Segelboot - und besuchte nach seiner Rückkehr die Meisterschule.

Auch die Betriebe profitieren vom Blick in ausländische Abläufe

Inzwischen haben sich auch langjährige Kooperationen entwickelt: Seit mehr als 30 Jahren reist den Angaben zufolge jährlich eine Gruppe Brandenburger Bau-Auszubildender nach Mantua in Italien. In einer ehemaligen Klosteranlage aus dem Jahr 1420 lernen sie traditionelle italienische Restaurierungstechniken kennen und helfen, die denkmalgeschützte Anlage wiederherzustellen.

Für das Handwerk liege der besondere Wert darin, dass das erworbene Wissen unmittelbar in den Betrieben ankomme, heißt es von der Handwerkskammer. „Auszubildende und junge Fachkräfte lernen andere Arbeitsweisen, Techniken, Materialien und betriebliche Abläufe kennen und bringen neue Erfahrungen in ihre Ausbildungs- und Beschäftigungsbetriebe zurück.“ Davon profitierten nicht nur die Auszubildenden selbst, sondern auch die Unternehmen.

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