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Eis macht Probleme - Eisbrecher befreit Schiffe

Vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns kämpfen Schiffe mit immer dickerem Eis. Die Eisbrecher „Arkona“ und „Görmitz“ sind im Einsatz. Häfen werden nach einer Rangordnung behandelt.

Von dpa

04.02.2026

Die „Arkona“ ist der größte deutsche Ostsee-Eisbrecher. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

Die „Arkona“ ist der größte deutsche Ostsee-Eisbrecher. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Das Eis vor Mecklenburg-Vorpommerns Küste bereitet der Schifffahrt zunehmend Probleme. Der größte deutsche Ostsee-Eisbrecher, die „Arkona“, musste nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee (WSA) am Mittwoch in der Ostansteuerung nach Stralsund Eis aufbrechen, um feststeckende Schiffe zu befreien. Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) nimmt die Eisdicke in den betroffenen Küstengewässern weiter zu. So ist das Eis in der Ostansteuerung nach Stralsund teils über 20 Zentimeter dick. Teilweise ist das Eis übereinander geschoben und dadurch noch deutlich dicker.

„An der gesamten Ostseeküste bildet sich in geschützten Gebieten und Häfen Eis.“ Mittlerweile sind nicht nur Boddengewässer, sondern auch Teile der Außenküsten teils mit Eis bedeckt, etwa die Prorer Wiek vor Rügen. Laut BSH wird sich weiter Eis bilden beziehungsweise die Dicke zunehmen. Insbesondere vor Rügens Ostküste und vor Usedom werde Eis zusammengeschoben.

Die nach einem Eisschaden schon am Wochenende reparierte Hiddensee-Fähre „Vitte“ soll wegen der schwierigen Bedingungen auch am Donnerstag nicht zurück in ihr Einsatzgebiet fahren, wie ein Sprecher der Reederei Hiddensee sagte. Das Mehrzweckschiff „Görmitz“ des WSA machte am Mittwoch eine Kontrollfahrt durch den Schaproder Bodden, der zwischen Hiddensee und Rügen liegt. 

Eisbrecher leistet Amtshilfe 

Am Donnerstag ist im Rahmen der Amtshilfe für den Landkreis Vorpommern-Rügen eine weitere Fahrt nach Hiddensee geplant, um bei der Grundversorgung zu helfen. Am Montag hatte sich die „Görmitz“ dafür bereits stundenlang durch das Eis gekämpft. Für den Personenverkehr nach Hiddensee gibt es weiterhin nur den Eisbrecher „Swanti“ der Reederei Hiddensee. Menschen dürfen nur in Notfällen mitfahren.

Die „Görmitz“ hilft bei der Versorgung der Insel Hiddensee.Stefan Sauer/dpa

Die „Görmitz“ hilft bei der Versorgung der Insel Hiddensee.Stefan Sauer/dpa

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Die „Arkona“ ist dafür ausgelegt, Eis bis zu einer Dicke von 50 Zentimeter zu brechen, die „Görmitz“ für bis zu 30 Zentimeter. Letztere kann wegen des geringeren Tiefgangs im Gegensatz zur „Arkona“ aber beispielsweise auch im Schaproder Bodden fahren.

Laut WSA liegen auch immer mehr schwimmende Tonnen, die zur Orientierung dienen, unter Eis. Sogenannte Solarkompaktaufsätze, die zur Beleuchtung dienen, seien bereits entfernt worden, um Schäden zu vermeiden. In bestimmten Küstenabschnitten gilt ein Nachtfahrverbot.

Das WSA hat nach eigenen Angaben die Zufahrten zu den Häfen in der eigenen Zuständigkeit priorisiert, da der Eisaufbruch in den Fahrwassern nach wirtschaftlichen Kriterien erfolge. 

Die Häfen Mukran, Rostock (insbesondere Ölhafen und Fährterminals), Lübeck (Fährterminals) und die Kieler Förde im Zufahrtsbereich zum Nordostseekanal lägen dabei sehr weit oben.

Die anderen Häfen würden, wenn möglich, ebenfalls unterstützt. Dies geschehe in dem Schiffsmakler möglichst früh geplante An- und Abläufe dem WSA melden. Dann könne etwa eine Konvoifahrt geprüft werden.

Eingeschränkter Betrieb in Mukran

Im Hafen von Mukran herrscht nach Aussage eines Sprechers reduzierter Betrieb. Benötigte Liegeplätze würden von den Schleppern des LNG-Terminalbetreibers Deutsche Regas freigehalten. Diese könnten auch Eis brechen. Der Betrieb des Terminals ist nach Aussage eines Sprechers der Deutschen Regas nicht eingeschränkt.

Ein Sprecher des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz sagte, Techniker könnten aktuell nicht von Mukran aus zu Offshore-Windparks rausfahren. „Da ist alles zugeeist.“ Im Falle von Störungen könnten aber von Rostock aus Crews zu den Windparks fahren. Die vierteljährigen Wartungsintervalle seien aktuell aber nicht betroffen.

Mittlerweile hat das Eis auch den Öltanker „Eventin“ erreicht. In der Gegend, in der die „Eventin“ liegt, treibe dünnes Trümmereis beziehungsweise Neueis, teilte die Behörde unter Verweis auf Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit. „Dies macht aber größere Schiffe wie die „Eventin“ nicht manövrierunfähig“, so die Zollbehörde. „Die Versorgung der Crew ist gewährleistet. Der Zoll steht in direktem Austausch mit der Besatzung.“ Der Tanker war Anfang 2025 havariert, gesichert worden und liegt auch infolge eines Rechtsstreits weiterhin vor Rügen.

Inselhafen Prerow erstmals wegen Eis nicht schiffbar

Mit der Seebrücke Prerow ist nun auch die nach offiziellen Angaben längste Seebrücke im Ostseeraum komplett von Eis umschlossen. Erstmals seit seiner Inbetriebnahme sei auch der dortige Inselhafen wegen Vereisung nicht schiffbar, teilte das Schweriner Umweltministerium mit.

Viele Besucher trotzen dem eisigen Wetter und besuchen die Seebrücke in Prerow.Philip Dulian/dpa

Viele Besucher trotzen dem eisigen Wetter und besuchen die Seebrücke in Prerow.Philip Dulian/dpa

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Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) habe deshalb ihren Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“ zunächst auf See und dann nach Rostock-Warnemünde verlegt, erklärte Minister Till Backhaus (SPD).

Laut Ministerium hat das Eis nun auch den etwa 700 Meter vor der Küste liegenden Inselhafen erreicht. Am Ende der etwa 720 Meter langen Brücke wurde mit großen Steinen ein Ringwall aufgeschüttet, der für jeweils eine Nacht als Etappen- und Nothafen genutzt werden kann und als Liegeplatz für Schiffe der Seenotrettung dient. 

Eisfelder vor Rügens Küste

Nach Angaben des Nationalparkzentrums Königsstuhl erstrecken sich inzwischen Eisfelder vor Rügen Küste vom Königsstuhl entlang der gesamten Kreideküste über die Hafenstadt Sassnitz bis nach Göhren und weiter in den Süden der Insel Rügen. Letztmalig hätten sich dort im Winter 2011/2012 derart ausgedehnte und kompakte Eisfelder gebildet.

Die Eisschollen seien nicht direkt vor der Kreideküste entstanden. Sie bildeten sich demnach im Vorpommerschen Haff, wo die Ostsee aufgrund ihres geringen Salzgehalts und der geschützten Lage in den letzten Wochen zugefroren sei. Danach seien die Schollen vor Rügens Küste getrieben.

Die „Arkona“ ist auf das Brechen von Eis bis zu einer Dicke von 50 Zentimeter ausgelegt. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

Die „Arkona“ ist auf das Brechen von Eis bis zu einer Dicke von 50 Zentimeter ausgelegt. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

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Am Donnerstag soll die „Görmitz“ wieder Waren nach Hiddensee bringen.Stefan Sauer/dpa

Am Donnerstag soll die „Görmitz“ wieder Waren nach Hiddensee bringen.Stefan Sauer/dpa

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