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Einen Monat nach Klinikbrand noch eine Station geschlossen

Zwei Menschenleben hat der Großbrand im Krankenhaus in Ludwigslust Anfang Juli gefordert. Was ist seither passiert?

Von dpa

02.08.2026

Einen Monat nach dem Brand ist eine Station noch geschlossen. (Archivbild)Landkreis Ludwigslust-Parchim/dpa

Einen Monat nach dem Brand ist eine Station noch geschlossen. (Archivbild)Landkreis Ludwigslust-Parchim/dpa

© Landkreis Ludwigslust-Parchim/dpa

Einen Monat nach dem Großbrand im Klinikum in Ludwigslust mit zwei Toten ist eine Station weiterhin geschlossen. Alle anderen Bereiche des Helene von Bülow-Krankenhauses seien voll leistungsfähig, teilte eine Kliniksprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Alle Abteilungen einschließlich Herzkatheterlabor, Funktionsabteilung, OP, Radiologie sowie sämtliche Sprechstunden arbeiten im Normalbetrieb.“ Noch geschlossen ist die Gefäßchirurgie-Station. Dort war der Brand am 2. Juli ausgebrochen.

Zwei Menschen kamen ums Leben

Mit der Wiederherstellung des Regelbetriebs sei direkt im Anschluss an die Löscharbeiten begonnen worden, sagte die Sprecherin. „Die Versorgung der Patientinnen und Patienten ist uneingeschränkt gewährleistet.“ 

Das Krankenhaus hat 160 Betten und gehört neben den Standorten Hagenow und Crivitz zum Verbund der LUP-Kliniken in Trägerschaft des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Alle drei Kliniken zusammen haben nach eigenen Angaben 417 Betten und rund 1.200 Mitarbeiter.

Was war die Brandursache?

Der Brand war am Morgen des 2. Juli in einem Patientenzimmer ausgebrochen. Der dort liegende 73 Jahre alte Patient und ein 85 Jahre alter Patient in einem Nachbarzimmer starben. 

Einen technischen Defekt schlossen die Ermittler als Ursache für das verheerende Feuer frühzeitig aus. Auch für eine vorsätzliche Brandstiftung sieht die Polizei keine Anhaltspunkte. Demnach bleibt fahrlässige Brandstiftung als mögliche Ursache. Gerüchte, wonach der 73-jährige Patient im Bett geraucht haben soll, ließ die Polizei unkommentiert.

Der Schaden geht nach Angaben des Krankenhauses in die Millionen. Die Sprecherin berief sich dabei auf erste Erkenntnisse und Begutachtungen durch Bausachverständige. Genauer wurde sie nicht. Der Landrat von Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), hatte kurz nach dem Brand gesagt, man bereite sich auf einen Schaden in Höhe von zehn bis zwölf Millionen Euro vor.

Hätte das Feuer früher bemerkt werden können?

„Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gibt es keine Hinweise darauf, dass eine frühere Entdeckung möglich gewesen wäre“, erklärte die Kliniksprecherin. Die Rauchmeldeanlage sei behördlich zugelassen und wiederkehrend von einem Sachverständigen geprüft worden.

Nach dem Brand in Ludwigslust hatte die Deutsche Stiftung Patientenschutz mehr Maßnahmen für den Brandschutz in Kliniken gefordert. „Erneut zeigt sich, dass die Regelungen des vorbeugenden Brandschutzes in den 1.600 Krankenhäusern nicht ausreichen“, sagte Stiftungsvorsitzender Eugen Brysch. 

Forderung nach Löschanlagen in Zimmern

„Eine gesetzliche Pflicht zur Installation von selbstständigen Löschanlagen in sämtlichen Patienten- und Personalzimmern ist überfällig“, betonte Brysch. Entstehungsbrände und unkontrollierte Rauchgasentwicklung könnten so frühzeitig erkannt und bekämpft werden. „Die oft immobilen Kranken sind auf fremde Hilfe angewiesen, um der Gefahr zu entkommen.“ Bau- und Gesundheitsminister von Bund sowie Ländern seien gefordert, beim Brandschutz in medizinisch-pflegerischen Einrichtungen Prioritäten zu setzen.