WM 2026

Die Tränen von Jiménez: Vom Schädelbruch zum WM-Tordebüt

Was für eine Geschichte. Vor sechs Jahren Schädelbruch, Lebensgefahr nach einem Zweikampf. Notoperation. Raúl Jiménez kehrt aber zurück auf den Fußball-Platz. Der WM-Auftakt rührt ihn zu Tränen.

Von dpa

12.06.2026

Ein emotionaler Moment für Mexikos Raúl Jiménez. Natacha Pisarenko/AP/dpa

Ein emotionaler Moment für Mexikos Raúl Jiménez. Natacha Pisarenko/AP/dpa

© Natacha Pisarenko/AP/dpa

Raúl Jiménez konnte die Gefühle auf dem Platz nicht mehr zurückhalten. Mit Tränen in den Augen feierte der Mexikaner diesen Treffer. Ein Tor als Krönung eines Comebacks vor fünf Jahren. 

35 Jahre ist er mittlerweile alt, Jiménez spielte in der Heimat, in Portugal, Spanien und vor allem in England. Er ist der Mittelstürmer auf dem Weg zum Rekordtorschützen seines Landes. Er wurde Olympiasieger 2012 und feierte noch einige Erfolge mehr. 

Vor allem aber ist Raúl Jiménez ein Mensch, der schon um seinen Leben kämpfte. Es passierte im November 2020. Bei einem Zweikampf mit David Luiz vom FC Arsenal verletzte sich der Stürmer, der damals bei Wolverhampton Wanderers spielte, schwer am Kopf. 

So schwer, dass sein Leben auf dem Spiel stand. Jiménez hatte einen Schädelbruch und Verletzungen am Gehirn erlitten. Er musste notoperiert werden. Lebensgefahr. Im August 2021 feierte Jiménez sein Comeback, seitdem spielt er mit einem Stirnband, das dank einer Polsterung an der rechten Seite seine Narbe schützt. 

Vierte WM-Teilnahme - erstes Tor

2022 war er wie 2014 und 2018 für Mexiko bei der WM dabei. Ein Tor gelang ihm nicht. Im Eröffnungsspiel dieser WM gegen Südafrika am 11. Juni 2026 war es so weit. Mit einem Kopfball machte Jiménez das 2:0 gegen Südafrika und die ersten drei Punkte klar für den WM-Mitgastgeber. 

Das Herz auch als Widmung an seinen im März gestorbenen Vater. Natacha Pisarenko/AP/dpa

Das Herz auch als Widmung an seinen im März gestorbenen Vater. Natacha Pisarenko/AP/dpa

© Natacha Pisarenko/AP/dpa

Beim Jubel danach waren die Tränen in seinen Augen nicht zu übersehen. „Raúl Jiménez‘ Karriere stand 2020 kurz vor dem Aus – ebenso wie sein Leben“, schrieb die „El País“ mal über ihn. „Es sah so aus, als würde seine Karriere nach drei WM-Teilnahmen ohne Torerfolg ausklingen, doch dieses Feuer trieb ihn an, weiterzukämpfen.“

Der perfekte Tag 

Im Aztekenstadion, das schon so viele ergreifende Fußball-Momente erlebte, schrie Jiménez seine Torfreude heraus. „Ich bin sehr glücklich und freue mich, diesen Traum leben und hier stehen zu dürfen“, sagte er nach der Partie vor über 80.000 Zuschauern. Sein Tor widmete Jiménez laut mexikanischen Medien seinem Vater. Der war im Alter von 62 Jahren im März gestorben.

„Ich habe ein Interview gelesen, in dem er sagte, diese solle seine WM werden“, berichtete Mexikos Trainer Javier Aguirre: „Es war ein perfekter Tag für ihn.“

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