Der Winter hat MV im Griff - Unfälle und Bahnausfälle
Tief „Leonie“ hat zum Anfang der Woche für Rutschpartien in MV gesorgt und den Verkehr ordentlich durcheinander gebracht. Nun kommt teils Entwarnung. Dennoch kann es weiter glatt werden.
Besonders nachts und morgens kann es auch in den kommenden Tagen teils glatt werden in MV.Jens Büttner/dpa
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Mit Eisregen und Glätte hat das Tief „Leonie“ den Wochenstart in Mecklenburg-Vorpommern ordentlich durcheinander gebracht. In gleich mehreren Regionen wurde der Busverkehr am Montag eingestellt, vereiste Oberleitungen stoppten den Zugverkehr von Rostock und Stralsund nach Berlin sowie auf Usedom. Die Polizei verzeichnete von der Nacht bis zum Vormittag 80 Verkehrsunfälle aufgrund der Witterung. Dabei blieb es demnach überwiegend bei Sachschäden.
Die gute Nachricht: Die Wetterlage soll sich laut Deutschem Wetterdienst (DWD) beruhigen. „Eisregen ist jetzt kein Thema mehr. Das sind eher dann die Schneefälle, aber auch nur vereinzelt, die jetzt noch Mecklenburg-Vorpommern tangieren“, sagte DWD-Meteorologe Sebastian Balders der dpa. Nennenswerte Niederschläge seien im weiteren Verlauf der Woche nicht mehr zu erwarten. Die Temperaturen blieben bei etwa einem Grad im Binnenland und zwei bis drei Grad an der Küste. Es kann aber noch glatt werden auf den Straßen.
Schnee, Schneeregen und Eis verwandelten viele Straßen in Rutschbahnen.Jens Büttner/dpa
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Am Montag sorgte das Winterwetter aber zunächst für erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr in MV. Auch Regionalzüge konnten nach Angaben der Deutschen Bahn zeitweise weder von Rostock noch von Stralsund aus bis nach Berlin fahren. Zuvor hatte die Bahn die Einstellung des Fernverkehrs von den beiden Städten aus nach Berlin mitgeteilt.
Eis-Putzfahrten bei der Bahn
Ein Sprecher sagte, im Osten des Landes seien Oberleitungen und teils auch Weichen vereist. Daher könnten Züge aus Rostock maximal bis Neustrelitz fahren. Aktuell werde mit einzelnen Triebwagen versucht, die Oberleitungen wieder eisfrei zu bekommen. Solche Putzfahrten könnten aber nur gelingen, wenn das Eis nicht schon zu dick sei.
„Die Ersatzverkehre mit Bussen sind auch von der Witterung betroffen“, schrieb die Bahn auf ihrer Website. Auch auf anderen Linien müsse mit Verspätungen und Teilausfällen gerechnet werden.
Selbst schwere Lastwagen kamen schwer ins Schleudern.Jens Büttner/dpa
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Viele Unfälle - meist Blechschäden
Im Westteil von Mecklenburg-Vorpommern kam es wegen Schneefalls, Eisregens und Glätte zu vielen Unfällen. Seit Mitternacht registrierte das Polizeipräsidium Rostock bis zum Vormittag nach eigenen Angaben 35 entsprechende Verkehrsunfälle. Allein 25 davon ereigneten sich in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg. Die Autobahnen 14, 20 und 24 seien besonders betroffen gewesen. In den meisten Fällen sei es bei Sachschäden geblieben. Dieser summiere sich bislang auf mindestens 300.000 Euro. Auf der A24 musste ein Lkw bei Schneeregen aus dem Straßengraben gezogen werden.
Im Ostteil von Mecklenburg-Vorpommern zählte die Polizei in der Nacht und am frühen Morgen 45 Verkehrsunfälle. „Die meisten rund um die Seenplatte. Dort waren es bislang 25“, sagte ein Polizeisprecher der dpa. Im Bereich der Polizeiinspektion Anklam waren es den Angaben zufolge mindestens 13 Unfälle aufgrund von Glätte, in der Zuständigkeit der Stralsunder Polizeiinspektion 7. Auf der A20 zwischen den Anschlussstellen Gützkow und Jarmen überschlug sich ein Auto mehrfach. Der 38 Jahre alte Fahrer wurde leicht verletzt.
Räum- und Streudienste waren vielerorts im Dauereinsatz. Jens Büttner/dpa
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Eislage lähmt Busverkehr
In den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Vorpommern-Greifswald, Mecklenburgische Seenplatte sowie im Altkreis Güstrow mussten die Busse am Morgen im Depot bleiben. Auf Rügen wurden aufgrund von Straßenglätte die Halte Ralswiek Ort und Bergen Markt nicht angefahren. Das teilten die Unternehmen auf ihren Internetseiten mit.
Das aktuelle Winterwetter schränkte auch Seebestattungen an der Ostseeküste ein. Aufgrund der Witterung und der Eisbildung könnten bis 8. Februar keine Seebestattungen mit dem Fahrgastschiff der Weißen Flotte in Stralsund angeboten werden, teilte das Unternehmen auf seiner Website mit. Auch danach könne es noch zu Einschränkungen und Absagen kommen.
Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie wird sich die Eissituation an der deutschen Ostseeküste demnächst kaum verändern. So gibt es etwa Eis in den Boddengewässern von MV um Rügen, zwischen Rügen und Hiddensee und in der Ost- und Nordansteuerung nach Stralsund.