dpa

Brillante Baukunst - Doberaner Münster jetzt ausgezeichnet

Das Münster gilt jetzt als historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst - als erstes sakrales Bauwerk in Deutschland mit diesem Titel. Auch Bauminister Pegel war bei der Feier in Bad Doberan dabei.

Von dpa

23.04.2026

 Das Doberaner Münster in der gilt als „Perle der Backsteingotik“.Bernd Wüstneck/dpa

Das Doberaner Münster in der gilt als „Perle der Backsteingotik“.Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Das Doberaner Münster ist als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ 2026 von der Bundesingenieurkammer ausgezeichnet worden. Es sei laut Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern das erste sakrale Bauwerk in Deutschland mit diesem Titel. Mit der Ehrung werde ein Bauwerk gewürdigt, das für die Entwicklung innovativer Konstruktionen im mittelalterlichen Ingenieurbau stehe, teilte eine Sprecherin mit.

Minister: Bedeutung vielen nicht klar

„Bauwerke prägen Menschen und Regionen. Das Doberaner Münster unterstreicht dies eindrücklich. Die bautechnische Bedeutung des Münsters ist dagegen vielen Menschen sicherlich nicht bewusst“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Bauminister Christian Pegel (SPD).

Das Doberaner Münster wurde laut Ingenieurkammer MV als erstes sakrales Bauwerk in Deutschland mit dem Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet. Bernd Wüstneck/dpa

Das Doberaner Münster wurde laut Ingenieurkammer MV als erstes sakrales Bauwerk in Deutschland mit dem Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet. Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Zu einer Feier waren am Donnerstag rund 100 Menschen aus Ingenieurwesen, Denkmalpflege, Wissenschaft, Kirche, Politik und Baukultur nach Bad Doberan (Landkreis Rostock) eingeladen. Dabei wurde unter anderem die Plakette „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ enthüllt. Veranstalter waren die Ingenieurkammer MV und die zuständige Kirchengemeinde.

Münster zeitweise in schlechtem Zustand

„Uns freut, dass die Würdigung des Doberaner Münsters durch die Bundesingenieurkammer noch mehr Aufmerksamkeit auf dieses technische Denkmal in Mecklenburg lenken wird“, teilte Gesa Haroske, Präsidentin der Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern mit. 

Zeitweise sei das Münster im Verlauf der Jahrhunderte in einem eher schlechten Zustand gewesen, sagte Münsterkustos Martin Heider in einem Film anlässlich der Auszeichnung. Heute dazu beitragen zu können, dass die vor über 700 Jahren erbaute Kirche und deren reiche Ausstattung erhalten bleiben kann, sei eine schöne Aufgabe. „Wir sind dankbar über die Fördergelder und Spenden, die dies ermöglichen.“

Im Rahmen der Veranstaltung war auch eine Publikation vorgestellt worden, die Baugeschichte, Konstruktion und ingenieurtechnische Bedeutung des Münsters darstellt.

Münster so groß wie eine Kathedrale

Das im späten 13. Jahrhundert errichtete Münster zählt zu den herausragenden Beispielen der Backsteingotik im Ostseeraum. Mit einer Länge von 81 Metern, einer Breite von 40 Metern und einer Raumhöhe von 26 Metern besitzt das Bauwerk die Maße einer Kathedrale. Es dokumentiert die erfolgreiche Übertragung der im Natursteinbau entwickelten gotischen Konstruktionsprinzipien auf das Material des Ziegels. Dabei entstanden eigenständige Lösungen, die den innovativen Charakter des Münsters bis heute ablesbar machen.

Die Bundesingenieurkammer ehrt seit 2007 historisch bedeutende Ingenieurbauwerke mit dem Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“. Voraussetzung ist, dass sich die Bauwerke in Deutschland befinden und älter als 50 Jahre sind.

Karte