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Brandstiftung an Kältebus – 43-Jähriger gesteht vor Gericht

Ein Kältebus der Berliner Stadtmission brennt an Neujahr lichterloh. Zeugen gelingt es, den mutmaßlichen Täter festzuhalten. Vor Gericht wird nun auch geprüft: War es möglicherweise eine Tat im Wahn?

Von dpa

05.08.2026

Rund sieben Monate nach einem Brandanschlag auf einen Kältebus der Berliner Stadtmission steht ein damals obdachloser Mann vor Gericht. (Archivbild)Paul Zinken/dpa

Rund sieben Monate nach einem Brandanschlag auf einen Kältebus der Berliner Stadtmission steht ein damals obdachloser Mann vor Gericht. (Archivbild)Paul Zinken/dpa

© Paul Zinken/dpa

Nach Brandstiftungen an Kältebussen steht ein 43-Jähriger vor dem Landgericht Berlin. Er soll am Neujahrstag 2026 einen Bus angezündet haben. Der Mann gestand zu Prozessbeginn. Er fühle sich seit Jahren von „Personen verfolgt“, die Tat hänge damit zusammen, schilderte er. Die Staatsanwaltschaft strebt seine unbefristete Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Der damals obdachlose Mann soll die Motorhaube eines Kältebusses der Berliner Stadtmission mit flüssigem Brandbeschleuniger übergossen und mit einem Feuerzeug angezündet haben. Ein Sachschaden in Höhe von rund 70.000 Euro sei entstanden. 

Kältebusse gehören zu Hilfsangeboten für obdachlose Menschen. Bereits kurz vor Weihnachten 2025 waren zwei der drei Kältebusse der Berliner Stadtmission mutmaßlich durch Brandstiftung stark beschädigt worden. 

Auf frischer Tat ertappt und überwältigt

Ein Mitarbeiter der Stadtmission sagte als Zeuge, er habe bei dem Geschehen auf einem Parkplatz in der Lehrter Straße in Berlin-Moabit zunächst einen Mann mit einem Kanister am Bus gesehen und kurz darauf Funken. „Als ich mich näherte, sah ich Flammen.“ Er habe den Mann zu Boden gebracht. Zwei Sicherheitsmitarbeiter hätten ebenfalls eingegriffen. 

Der 43-Jährige wurde festgenommen und kam zunächst in Untersuchungshaft. Seit etwa sechs Wochen befindet er sich vorläufig im Krankenhaus des Maßregelvollzugs. Vor Gericht sagte der Beschuldigte, er werde seit 23 Jahren verfolgt, „Personen“ würden ihn beobachten und auch körperlich angreifen. Er habe mit der Brandstiftung erreichen wollen, dass sich Polizei und Gericht mit den „Verfolgter“ befassen. 

Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der Mann wegen einer schweren psychischen Erkrankung schuldunfähig gewesen sein könnte, so die Staatsanwaltschaft. Für den Prozess sind zwei weitere Tage bis zum 13. August terminiert.

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