Bayerns Polizei geht neu auf Drohnenjagd
Verbotene Drohnenflüge sind spätestens seit dem vergangenen September und Oktober auch in Bayern keine Fiktion mehr. Ein neues Kompetenzzentrum soll helfen, den Freistaat schlagfertiger zu machen.
An Flughäfen sind Drohnen keine gerngesehenen Gäste. Ein neues Abwehrzentrum der bayerischen Polizei soll die Schlagkraft gegen ungewollte und verbotene Drohnen erhöhen. (Symbolbild)Marijan Murat/dpa
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Zum Kampf gegen hybride Kriegsführung und Spionage steht der Polizei in Bayern seit dem 1. April ein Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum (DKAZ) zur Verfügung. Aktuell sind in dem Zentrum in Erding rund 40 Mitarbeiter im Einsatz. Im Plan vorgesehen sind 100 Stellen.
Söder: Im Zweifel sollen Drohnen auch abgeschossen werden
„Neue Herausforderungen erfordern neue Maßnahmen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der offiziellen Eröffnung in Erding. Es gehe darum, die Schlagkraft Bayerns zu verstärken, um schneller reagieren zu können. „Wir sind gut aufgestellt.“ Bayern lasse sich nicht einschüchtern. Wenn gefährliche Drohnen erkannt würden, müssten diese im Zweifel auch abgeschossen werden.
Auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte die neue Einrichtung. „Im DKAZ bündeln wir gezielt vorhandene Kompetenzen und verknüpfen modernste Technik mit praxisnaher polizeilicher Einsatzfähigkeit. Dadurch stärken wir die Handlungsfähigkeit Bayerns gegenüber aktuellen und künftigen Drohnenbedrohungen nachhaltig.“
Angespannte sicherheits- und geopolitische Lage
Herrmann verwies auf die derzeit angespannte sicherheits- und geopolitische Lage, die vor allem von zunehmenden Konflikten, hybriden Bedrohungen und neuen Formen der Einflussnahme geprägt ist. Besonders die feindliche Nutzung von Drohnen stellt die Sicherheitsbehörden zunehmend vor große Herausforderungen.
„Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur, den Luftverkehr oder militärische Einrichtungen richten sich gegen die nationale und die europäische Sicherheit, verursachen erhebliche wirtschaftliche Schäden und verunsichern die Bevölkerung“, sagte Herrmann. Deshalb sei es entscheidend, diesen Bedrohungen „entschlossen, schnell und wirksam“ zu begegnen.
Enge Zusammenarbeit mit Drohnenzentrum der Bundespolizei
Das DKAZ arbeitet eng mit dem Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum der Bundespolizei in Berlin zusammen. „Dieser fachliche und technische Austausch auf Landes- und Bundesebene schafft wertvolle Synergien für die Weiterentwicklung von Verfahren und Technologien zur Drohnenabwehr“, betonte Herrmann.
Im vergangenen September und Oktober hatten sich in Europa, Deutschland und auch in Bayern Ereignisse mit Drohnensichtungen rund um Kasernen, Flughäfen und Einrichtungen der kritischen Infrastruktur ereignet. In fünf Fällen ereigneten sich Vorfälle an bayerischen Flughäfen, landesweit wurden bis zum 25. September in Bayern 22 Fällen registriert. Seither ist es aber wieder deutlich ruhiger geworden - dies hat aber auch damit zu tun, dass aus Gründen der inneren Sicherheit, keine Einsatzzahlen und Details mehr von den Behörden veröffentlicht werden.