dpa

Aufatmen nach Großeinsatz in Sinzig - Tätersuche dauert an

In einer Bank in Rheinland-Pfalz spielen sich morgens dramatische Szenen ab. Spezialeinsatzkräfte rücken an und befreien zwei Personen - finden aber keine Täter vor. Der Fall wirft viele Fragen auf.

Von dpa

09.05.2026

Schwer bewaffnete Einsatzkräfte bezogen Stellung vor der Bank.Thomas Frey/dpa

Schwer bewaffnete Einsatzkräfte bezogen Stellung vor der Bank.Thomas Frey/dpa

© Thomas Frey/dpa

Nach den dramatischen Szenen in einer Bank im rheinland-pfälzischen Sinzig ist die Polizei weiterhin auf Tätersuche. Die Ermittler gehen von mindestens einem Verdächtigen aus, der den Mitarbeiter einer Geldtransportfirma abgepasst und ihm einen Bargeldbehälter abgenommen haben soll. Die Fahndung nach ihm und möglichen Komplizen steht bei der Aufklärung des aufsehenerregenden Falls nun im Vordergrund. Bis zum Morgen wurden keine neuen Entwicklungen bekannt.

Der Vorfall ereignete sich am Freitagmorgen. Bekleidet mit einem weißen Overall, ähnlich wie ihn Imker tragen, soll ein Mann nach dem Überfall auf den Mitarbeiter der Geldtransportfirma diesen und eine weitere Person in der Bank im Kreis Ahrweiler eingeschlossen haben. So schilderte es Polizeisprecher Jürgen Fachinger. Eine Beutesumme nannte er nicht.

Schwer bewaffnete Einsatzkräfte rücken an

Die Polizei rückte nach der automatischen Alarmierung gegen 9.00 Uhr morgens mit einem Großaufgebot in der Kleinstadt mit knapp 20.000 Einwohnern an. Die Innenstadt wurde weiträumig abgesperrt, schwer bewaffnete Einsatzkräfte bezogen Stellung vor der Bank. Erst nach bangen Stunden wurde klar: In der Bank sind gar keine Täter. 

Der Vorfall löste einen Großeinsatz der Polizei aus.Thomas Frey/dpa

Der Vorfall löste einen Großeinsatz der Polizei aus.Thomas Frey/dpa

© Thomas Frey/dpa

Ein Spezialeinsatzkommando drang schließlich in das Gebäude ein, befreite die zwei Personen unverletzt, stieß aber nicht auf Verdächtige. Später teilte die Polizei mit, der oder die Täter seien vermutlich schon vor Eintreffen der ersten Streife geflohen. Nach seinem Kenntnisstand habe die Polizei auch keinerlei Kontakt mit den Tätern gehabt, sagte Fachinger. Unklar blieb, ob bei dem Vorfall Waffen zum Einsatz kamen.

Vom schlimmsten Szenario ausgegangen

Man müsse in einer solchen Lage „immer vom schlimmsten Szenario“ ausgehen, erläuterte Fachinger das Vorgehen der Einsatzkräfte. Zwei Personen seien vermisst worden und „wir konnten über den Verbleib im ersten Moment nichts sagen“. Daher hätten die Ermittler den Tag über auch in Betracht ziehen müssen, dass möglicherweise Geiseln genommen wurden.

Ob die Tat mit den aktuellen Erkenntnissen weiterhin als Geiselnahme bezeichnet werden könne, sei noch zu klären, sagte Fachinger. „Nichtsdestotrotz gibt es auch noch andere Straftatbestände, die hier erfüllt sind: eine Freiheitsberaubung, möglicherweise Raub, schwerer Raub und, und, und.“

Auch wenn viele Fragen offen bleiben, atmete Sinzig nach dem glimpflichen Ende des Vorfalls auf. „Das Leben geht hier normal weiter“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Hans-Werner Adams (CDU) erleichtert. Am Wochenende solle ein Mitmachmarkt in Sinzig stattfinden.