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Apotheke als Anlaufstelle für psychisch belastete Teenager

Jung und in Seelennöten: Da kann es helfen, erst einmal mit jemandem zu reden, der sich mit Unterstützung auskennt.

Von dpa

12.05.2026

Auf der Landkarte der „Safer space“-Apotheken ist jetzt auch Thüringen verzeichnet. (Symbolbild).Monika Skolimowska/dpa

Auf der Landkarte der „Safer space“-Apotheken ist jetzt auch Thüringen verzeichnet. (Symbolbild).Monika Skolimowska/dpa

© Monika Skolimowska/dpa

Leistungsdruck, Mobbing, familiäre Sorgen, Ängste: Für Jugendliche mit psychischen Belastungen können Apotheken als geschützte Räume ein erstes Hilfsangebot sein. In mehreren Bundesländern gibt es solche Anlaufstellen bereits – auch Thüringen ist nun auf der Landkarte der „Safer space“-Apotheken vertreten. In Erfurt finden junge Menschen in der Altstadt-Apotheke den Angaben zufolge kostenlosen und vertraulichen Erstkontakt auf der Suche nach Hilfe.

„Wir verstehen uns als Brücke zur Hilfe vor Ort“, sagte Apothekeninhaberin Anna Lihs zum Start des Angebots. Die Apotheke sei vernetzt mit dem städtischen Jugendamt und verschiedenen Beratungsstellen, die für die jeweiligen Anliegen der Jugendlichen geeignet seien. In die Apotheke könnten die jungen Ratsuchenden anonym und ohne Terminvereinbarung kommen.

Angebot für den ersten Schritt

Hintergrund des Angebots, das durch die bundesweit aktive Jugendinitiative „Our Generation Z“ zustande gekommen ist, sind die zunehmenden psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen. Es fehlt an Psychotherapieplätzen, entsprechend lang sind die Wartezeiten. Nicht selten scheuen Teenager auch den Weg zum Therapeuten oder Arzt. 

Professionelle Psychotherapien gibt es in der Apotheke aber nicht, sagte Lihs. „Wir sind keine Therapeuten und keine Berater, aber wir helfen, den ersten Schritt zu gehen.“ 

Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) sagte, die „Safer space“-Apotheken übernähmen damit eine Lotsenfunktion und eine wichtige soziale Aufgabe zusätzlich zu ihrem Versorgungsauftrag.

Für Kinder und Jugendliche in Not gibt es in Thüringen bereits ein landesweites Netz an sogenannten Kindernotinseln, an dem sich auch viele Apotheken beteiligen. Ihr Konzept unterscheidet sich laut Gesundheitsministerium von dem der „Safer Spaces“: Die Notinseln sollten Kinder vor allem bei drohender Gewalt Zuflucht bieten, sagte eine Sprecherin.

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