Leserbriefe

Zurzeit gelingt eher wenig

Leserbrief zur BZ-Berichterstattung über die Corona-Pandemie.

Von Kirsten Köyer (Borken)

26.01.2021

+++Symbolbild+++

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© BZ-Archiv

Corona-Pandemie

Die Rufe nach einem härteren Lockdown werden genauso lauter, wie die Forderung nach der Beendigung derselben Maßnahmen.

Fest steht, dass alle Maßnahmen, die die Politik entscheidet verhältnismäßig sein müssen. Dass zum Beispiel der Ruf nach Ausgangsbeschränkungen oder dem Verkauf von Alkohol zu nächtlicher Stunde, immer in Relation gesetzt werden muss, ob diese Einschränkungen zu einem angemessenen Maß das Infektionsgeschehen beeinflussen.

Das Wichtigste, was Politiker nach fast einem Jahr Pandemie zu beachten haben, ist, die ermüdete und zum Teil erregte Bevölkerung mitzunehmen. Das gelingt allerdings nur, wenn der Bürger die Maßnahmen versteht und als sinnvoll erachtet.

Ich habe jedoch den Eindruck, dass gerade das immer weniger gelingt. Nicht nur, dass es die Politik (auch emotional) nicht schafft, Perspektiven und Solidaritätssinn aufzubauen, auch werden dem Bürger Maßnahmen abverlangt, die ihm als unsinnig erscheinen, wie etwa die Eine-Personen- Regel bei Besuchen. Warum darf ein Sohn seine Eltern besuchen – seine Eltern aber nicht ihren Sohn? Die Politik darf den Bürger nicht verlieren, denn sonst nützen auch die besten Maßnahmen nichts.

Mit einem langem Atem und großer Disziplin hat die Bevölkerung die geforderten Maßnahmen unterstützt. Und auch die Entscheidungsträger in der Politik haben ihren Job mit größtem Einsatz gemacht.

Trotzdem erwarte ich, dass die Verantwortung nicht nur auf der Kontaktreduzierung des Bürgers und des Ertragens jedweder persönlicher Beschränkungen beruht, dass nicht nur Einzelhandel/ Gastronomie/Kultur und Dienstleister ihren Beitrag leisten müssen.

Ich erwarte, dass nicht erst im Januar 2021 die Sequenzierungsquote erhöht wird, um Kenntnis zu gewinnen, obwohl die britische Mutation schon im Oktober 2020 bekannt war.

Ich erwarte, dass endlich in Alten-/ Pflegeheimen und Krankenhäusern sowohl das Personal als auch jeder Besucher täglich getestet wird, um vulnerable Personen zu schützen.

Ich erwarte, dass Gesundheitsämter Studien erheben, um so viel wie möglich Informationen über das Virus und seine Verbreitung zu erlangen, um das Infektionsgeschehen besser zu verstehen.

Es gibt so viel mehr zu tun, als nur Beschränkungen zu befolgen.

Bitte fangt an!