Real-Boss Pérez ruft in der Krise Neuwahlen aus
Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid macht eine Krise durch. Neben den Stars um Kylian Mbappé gerät auch Clubboss Florentino Pérez in die Kritik. Nun holt er zum Rundumschlag aus.
Reals Präsident Florentino Pérez kritisiert Medien und Rivalen.Bernat Armangue/AP/dpa
© Bernat Armangue/AP/dpa
Der Präsident von Real Madrid, Florentino Pérez, hat auf die sportliche Krise des spanischen Fußball-Rekordmeisters mit der Ankündigung von Vorstandswahlen reagiert. Rücktrittsgerüchte wies der 79-Jährige aber zurück. „Ich bedauere, sagen zu müssen, dass ich nicht aufhöre“, sagte Pérez ironisch auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz.
Der langjährige Clubboss beklagte eine Kampagne gegen ihn und den Verein. „Man sagt, ich sei krank, ich hätte einen unheilbaren Krebs. Ich nutze die Gelegenheit, um den Menschen zu sagen, die sich um mich sorgen: Ich leite weiter den Club und mein Unternehmen, das 50 Milliarden im Jahr umsetzt. Meine Gesundheit ist perfekt“, betonte der Bauunternehmer.
In den vergangenen zwei Spielzeiten holte Real keinen Titel. Der traditionsreiche Club steckt wegen der schlechten Ergebnisse, aber auch wegen einer Reihe von Affären in einer Krise. Diese bezeichnen Fachmedien als „noch nie da gewesen“.
Wahlen als eine Art Vertrauensfrage
Aus Madrid kamen zuletzt immer häufiger Berichte über Zoff und Schlägereien in der Kabine, über einen „Krieg“ der Egos der Stars um Kylian Mbappé, Vinícius Júnior, Jude Bellingham & Co. Es gehe dort so schlimm zu, dass sich deshalb die Suche nach einem Nachfolger für Trainer Álvaro Arbeloa schwieriger als erwartet gestalte. Keiner wolle kommen, versicherte ein TV-Kommentator.
https://www.youtube-nocookie.com/embed/Z8DaZYuA9pM
Pérez lieferte sich auf der Pressekonferenz Wortgefechte mit einigen der anwesenden Journalisten. Er behauptete, die Medien verbreiteten Lügen und falsche Aussagen. „Sie glauben, sie könnten mich einschüchtern, aber sie geben mir viel mehr Energie, als ich ohnehin habe.“ Bei der Neuwahl werde er deshalb mit seinem gesamten Vorstand wieder kandidieren. Einen Termin für die Abstimmung nannte Pérez nicht. Laut Medien ist sie eine Art Vertrauensfrage.
Nach zwei ersten Amtszeiten zwischen 2000 und 2006 leitet Pérez bereits seit 2009 ohne Unterbrechung die Geschicke von Real Madrid. In dieser Zeit gewannen die Madrilenen unter anderem siebenmal die Champions League.