Sportmix

NRW startet Inklusions-Offensive zur Olympia-Bewerbung

Barrierefreie Stadien, kurze Wege für Para-Athleten und eine Milliarden-Spritze für den Sport: Ministerpräsident Wüst will Olympia mit maximaler Barrierefreiheit neu denken. Was bedeutet das für NRW?

Von dpa

04.03.2026

Barrierefreiheit spielt eine große Rolle im Olympia-Konzept des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU).Henning Kaiser/dpa

Barrierefreiheit spielt eine große Rolle im Olympia-Konzept des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU).Henning Kaiser/dpa

© Henning Kaiser/dpa

Mit einem ehrgeizigen Inklusionsplan flankiert die nordrhein-westfälische Landesregierung die Bewerbung der Region „KölnRheinRuhr“ um Olympische und Paralympische Sommerspiele. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) stellte in Leverkusen eine 10-Punkte-Offensive vor. Oberstes Ziel: „Nordrhein-Westfalen will landesweit ein neues, beispielgebendes Höchstmaß an Barrierefreiheit schaffen.“ 

Neben NRW bewerben sich auch München, Berlin und Hamburg um eine mögliche deutsche Kandidatur für die Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Der Deutsche Olympische Sportbund will im Herbst 2026 entscheiden, welcher Bewerber Deutschland im internationalen Verfahren vertreten soll.

„Wir wollen Spiele für alle – inklusiv, barrierefrei und für jeden erreichbar“, sagte Wüst bei einem Besuch des Bundesstützpunkts Para Leichtathletik in Leverkusen mit dem viermaligem Paralympics-Sieger und Weltrekordhalter im Weitsprung, Markus Rehm. 

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) verschafft sich praktische Einblicke, was Sportler mit Behinderung brauchen. Henning Kaiser/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) verschafft sich praktische Einblicke, was Sportler mit Behinderung brauchen. Henning Kaiser/dpa

© Henning Kaiser/dpa

NRW will mit Parasport-Dominanz punkten

Die Stärke Nordrhein-Westfalens im Para-Sport sei von Beginn an ein zentraler Bestandteil der Bewerbung gewesen, heißt es im 10-Punkte-Plan. „Unser Ziel ist: Jede Spielstätte, jeder Bahnhof, jede Verkehrsader, der ÖPNV sowie jede kommunale und landeseigene Infrastruktur sind zu Beginn der Spiele so barrierefrei und zugänglich wie möglich.“

Das NRW-Konzept sieht vor, dass 95 Prozent aller Athleten im Olympischen und Paralympischen Dorf wohnen könnten. Er wisse aus eigener Erfahrung: „Kurze Wege, barrierearme Anlagen und gute Infrastruktur machen im Trainingsalltag einen großen Unterschied“, sagte Rehm.

Leistungssport trotz Handicap - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) lässt sich erklären, worauf es etwa bei einer Prothese ankommt. Henning Kaiser/dpa

Leistungssport trotz Handicap - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) lässt sich erklären, worauf es etwa bei einer Prothese ankommt. Henning Kaiser/dpa

© Henning Kaiser/dpa

In NRW würden alle paralympischen Wettbewerbe in denselben Sportstätten ausgetragen wie die olympischen, verheißt das Konzept. Das bedeute: „Auch die Para-Sportlerinnen und Para-Sportler werden vor noch nie dagewesenen Rekordkulissen um ihre Medaillen kämpfen.“

Wüst hatte bereits im Januar angekündigt, ab diesem Jahr rund eine Milliarde Euro aus Landesmitteln für den Sport zur Verfügung zu stellen. In dem neuen Konzept heißt es nun: „Die Sportmilliarde soll auch das größte Investitionsprogramm für Barrierefreiheit in Sportstätten werden.“

Zu den weiteren Zielvorgaben zählen:

  • Jedem Menschen mit Behinderung soll in ganz NRW spätestens zu Beginn der Olympischen und Paralympischen Spiele ein Sportangebot gemacht werden können.
  • Als erstes Bundesland stellt NRW nach Angaben der Landesregierung ein Para-Modul zu einem anerkannten Motorik-Test bereit, um Kindern und Jugendlichen mit Behinderung gleichberechtigten Zugang zu Sportschulen in NRW zu ebnen.
  • Auch der Einsatz spezieller Scouts für Para-Talente soll ausgebaut werden.
  • Mit einer neuen, besseren Vergütung sollen in NRW alle geförderten Trainer im Para-Sport genauso bezahlt werden wie diejenigen im olympischen Bereich. Dafür will die Landesregierung ab sofort 3,5 Millionen Euro jährlich an zusätzlichen Fördermitteln zur Verfügung stellen.
Olympische und Paralympische Spiele daheim - ein großes Ziel des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. (Archivbild)Peter Kneffel/dpa

Olympische und Paralympische Spiele daheim - ein großes Ziel des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. (Archivbild)Peter Kneffel/dpa

© Peter Kneffel/dpa

Karte
Das könnte Sie auch interessieren

Sportmix

zur Merkliste

Schalke wohl auch am Freitag ohne Karius

Schalkes Torhüter Karius kann weiterhin nur individuell trainieren. Die Zeit wird knapp. Wahrscheinlich wird er auch gegen Bielefeld ausfallen.

Sportmix

zur Merkliste

Gladbach baut die sportliche Führungsebene um

Gladbach holt nach dem Ex-Schalker Hechelmann mit Menke-Salz einen weiteren neuen Direktor. Der war früher schon einmal Sportvorstand - in einer anderen Sportart. Sein Vorgänger verlässt den Club.