Meditation gegen „Hirngespinste“: Hummels „Reset“ zu Silber
Merlin Hummel zeigt bei seinem EM-Silber in Birmingham Nervenstärke. Nun verrät der Hammerwerfer, welche Rolle Meditation für ihn spielte.
Hammerwerfer Merlin Hummel gewann bei der Leichtathletik-EM in Birmingham Silber.Sven Hoppe/dpa
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Hammerwerfer Merlin Hummel hat bei seinem silbernen EM-Wettkampf in Birmingham auf die Kraft der Meditation gesetzt. „Ich war im ganzen Wettkampf im meditativen Zustand. Einfach, wenn kleine, kleine Hirngespinste aufkommen: Reset, Reset, Reset - jedes Mal. Sinn der Meditation ist, immer wieder zurückzukommen. Und im Wettkampf habe ich mich bestimmt 100-mal zurückgeholt“, sagte Hummel, der sich immer wieder von der Konkurrenz abschottete und im Schneidersitz meditierte.
Nach WM-Silber in Tokio vor einem Jahr feierte er bei den Europameisterschaften den nächsten großen Erfolg. Mit 81,30 Metern im fünften Versuch musste sich Hummel nur dem dominierenden Europameister Bence Halasz geschlagen geben. Der Ungar wuchtete den Hammer auf 84,25 Meter.
Hummel durchlebte eine schwierige EM mit einer zittrigen Qualifikation und einem Endkampf mit mehreren Versuchen, die im Wurfkäfig landeten. Bis zum Silberwurf sah es so aus, als würde der 24-Jährige dieses Mal ohne Edelmetall bleiben.
Hummel übers Meditieren: „ein bisschen schleifen lassen“
Doch auch dank der Meditation hielt Hummel dem Druck des Medaillenfavoriten stand. Die Meditation habe er vor fünf Jahren für sich entdeckt, sagte Hummel. Zuletzt habe er es damit „ein bisschen schleifen lassen“. Doch fortan will sich Hummel wieder häufiger den Geistesübungen zwischen seinen Versuchen widmen, um daraus Stärke zu ziehen. „Das mache ich eigentlich ab jetzt immer, wenn es mir so geht. Das war ein großes Learning heute.“