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Börsenindex Dax steigt auf Rekordhoch

Der Dax hat seinen bisherigen Höchststand übertroffen. Rückenwind kam zuletzt aus den USA – was Anleger am Wahlergebnis so zuversichtlich stimmt.

Von dpa

05.11.2026

Noch nie in seiner 38-jährigen Geschichte stand der Dax so hoch. Arne Dedert/dpa

Noch nie in seiner 38-jährigen Geschichte stand der Dax so hoch. Arne Dedert/dpa

© Arne Dedert/dpa

Der Dax hat ein Rekordhoch erreicht. Der deutsche Leitindex stieg zwischenzeitlich auf 26.671,19 Punkte und damit über den im August erreichten Höchststand von 26.618,74 Punkten. Viel Schwung hatten zuletzt die US-Zwischenwahlen in den Markt gebracht. 

Der überraschend deutliche Sieg der Demokraten nährte die Hoffnung, dass die USA außenpolitisch einen milderen Kurs einschlagen könnten. Der klare Sieg im Repräsentantenhaus und im Senat hatte auch den US-Leitindex Dow Jones Industrial am Mittwoch nach oben katapultiert. Nach ihrem Erfolg können die Demokraten die Politik des republikanischen Präsidenten Donald Trump zwar nicht ohne Weiteres umkehren - aber zumindest empfindlich stören.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte um 0,98 Prozent auf 31.484 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,6 Prozent.

Mehr Berechenbarkeit in der US-Politik

Für die Märkte sei das Wahlergebnis gleich mehrfach positiv, erklärte Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. „Das Ergebnis stand schnell fest, es ist eindeutig, Trump akzeptiert es und geteilte politische Macht bringt weniger Risiko für politische Überraschungen. Die Börse liebt Berechenbarkeit und steigt.“

Ökonomen hatten jedoch schon darauf hingewiesen, dass die erste Börsenreaktion nicht überinterpretiert werden sollte. In den vergangenen Jahrzehnten habe es in den Wochen nach den Midterms immer ein kräftiges Plus gegeben. 

Beginn einer Jahresendrally?

Der Startschuss für eine mögliche Jahresendrally könnte nun gefallen sein, meint denn auch Timo Emden, Marktanalyst beim Broker CapTrader. Geo- und geldpolitische Unsicherheiten blendeten Marktteilnehmer für den Moment aus. „Investoren sollten sich weiterhin vor Augen halten, dass mit den schwelenden Nahostrisiken, Inflations- und Zinssorgen sowie KI-Fragezeichen erhebliche Unsicherheitsfaktoren unter der Oberfläche glimmen.“

Ökonomen hatten schon direkt nach der Wahl betont, dass Trumps Zollpolitik die deutsche Wirtschaft weiterhin bremsen werde. Denn diese verhänge er meistens per Dekret am Kongress vorbei. 

Trump weiter mächtig

Auch nach der Wahlniederlage ist Trumps Macht groß. So kann er sein Veto gegen Gesetze einlegen. Selbst mit der Mehrheit der Demokraten in Senat und Repräsentantenhaus müsste ein Veto Trumps von zwei Dritteln der stimmberechtigten Volksvertreter in beiden Kammern überstimmt werden - das ist schwer zu erreichen.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, geht jedoch davon aus, dass es Trump schwerer fallen dürfte, seinen Handelskonflikt mit Europa immer neu anzufachen. Über sein Budgetrecht könne der Kongress auch den Krieg mit dem Iran stärker begrenzen. „Das könnte die Energiepreise senken, wovon auch Europa profitieren würde.“

Viele Unternehmen legen Zahlen vor

Sinkende Ölpreise stützten neben positiven Unternehmensdaten zuletzt den Dax. Aus dem Leitindex berichteten am Donnerstag Rheinmetall, die Deutsche Telekom, die DHL Group, Siemens Healthineers, die Commerzbank sowie Hochtief über die Entwicklung im abgelaufenen Quartal.

Die Kurszuwächse der Börsen stehen zwar in starkem Gegensatz zu vielen schlechten Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft. Insbesondere in der Industrie streichen Unternehmen Tausende Arbeitsplätze, weil Handelskonflikte und erstarkte Konkurrenz Märkte wegbrechen lassen. Die Blicke der Investoren richten sich oft aber nicht auf die aktuelle Lage, sondern auf künftige Gewinne der 40 Dax-Konzerne.

Für Anleger von Rheinmetall wurde es indes ein schwarzer Tag, nachdem der Rüstungskonzern am Vorabend nach Börsenschluss erneut die Prognose gesenkt hatte. Die Aktien brach zwischenzeitlich fast 17 Prozent ein.

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