Erste NRW-Landtagspräsidentin gestorben
Von der Telefonistin als erste Frau an die Spitze des Landtags: Ingeborg Friebe erwarb sich den Spitznamen „Mutter Courage“. Nun ist die SPD-Politikerin im Alter von 95 Jahren gestorben.
Die erste NRW-Landtagspräsidentin Ingeborg Friebe ist gestorben. (Archivbild) Federico Gambarini/dpa
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Ingeborg Friebe, von 1990 bis 1995 als erste Frau an der Spitze des Landtags von Nordrhein-Westfalen, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Das teilte ihre Heimatstadt Monheim mit, wo Friebe Ehrenbürgermeisterin war.
1975 war die SPD-Politikerin in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt worden. 1976 wurde Friebe als erste Frau im Amt Bürgermeisterin von Monheim, nachdem sie zuvor erfolgreich gegen die Eingemeindung der Stadt als Stadtteil Düsseldorfs gekämpft hatte. 21 Jahre lang blieb sie an der Spitze der Stadt. Wegen ihrer furchtlosen Art erwarb sie sich den Beinamen „Mutter Courage“.
Erste Frau an der Spitze des Landtags
Parallel zu ihrem Bürgermeisteramt machte Ingeborg Friebe auch landespolitisch Karriere. Von 1975 bis 1995 gehörte sie dem nordrhein-westfälischen Landtag an. 1985 wählte der Landtag sie zur Vizepräsidentin. Fünf Jahre später wurde sie als erste Frau in der Geschichte Nordrhein-Westfalens Präsidentin des Landesparlaments.
„Es hat Spaß gemacht“, hatte Friebe als erste Dame des hohen Hauses ihr fünfjähriges Wirken an der Spitze des Landesparlaments bilanziert. Stolz war die ehemalige Telefonistin und Schulsekretärin darauf, dass unter ihrer Hausherrschaft Kinder und Kultur in den Landtag Einzug hielten.
Wüst würdigt sie als Türöffnerin für viele Frauen in der Politik
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigte Friebe als bedeutende, beeindruckende und wirkungsvolle Persönlichkeit in der Geschichte der Landespolitik: Sie sei den Menschen immer auf Augenhöhe und mit großer Offenheit begegnet, sei Vorbild gewesen: „Sie hat mit ihrer ruhigen, freundlichen, aber auch immer bestimmten Art für viele Frauen in der Politik Türen geöffnet“, so Wüst.
Das Porträt-Foto von Ingeborg Friebe aus dem Landtag entstand 1990. Achim Schüler/Landtag Nordrhein-Westfalen/dpa
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Auch Landtagspräsident André Kuper hob ihre Vorbildfunktion als erste Frau an der Spitze des Parlaments hervor. „Sie war eine überzeugte Demokratin und über Parteigrenzen hinweg geachtet“, so Kuper. Das Amt habe sie mit Würde und Autorität ausgeübt und sei dabei stets nah bei den Menschen gewesen.
Geboren wurde Ingeborg Friebe am 20. April 1931 in Braunschweig, seit 1950 gehörte sie der SPD an. Mehrfach war sie mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Zu ihrem 90. Geburtstag 2021 nannte die Stadt Monheim den zentralen Platz rund um den Busbahnhof Ingeborg-Friebe-Platz.