Politik Inland

Aktivisten: 29 Tote bei Protesten im Iran - 1.200 Festnahmen

Den neunten Tag in Folge gehen Menschen gegen Irans autoritäre Staatsführung auf die Straße. Menschenrechtler verfolgen das Geschehen im Land genau.

Von dpa

05.01.2026

USA und Israel als Feindbild: Straßenszene im Iran.Vahid Salemi/AP/dpa

USA und Israel als Feindbild: Straßenszene im Iran.Vahid Salemi/AP/dpa

© Vahid Salemi/AP/dpa

Bei den anhaltenden Protesten im Iran sind nach Angaben von Aktivisten inzwischen mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. Im Zuge der landesweiten Demonstrationen gegen die autoritäre Staatsführung seien zudem mehr als 1.200 Menschen festgenommen worden, berichtete das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA. Unter den Toten sollen sich auch zwei Angehörige der Sicherheitskräfte befinden.

Den Aktivisten zufolge gab es in den vergangenen Tagen in mindestens 88 Städten Protestkundgebungen. Demonstrationen wurden demnach landesweit aus 27 der 31 Provinzen gemeldet. Nachdem Sicherheitskräfte vor allem in ländlichen Gebieten gewaltsam dagegen vorgegangen waren, erreichten die Demonstrationen erneut auch Metropolen wie Teheran und Maschhad.

Auslöser der Proteste war vor mehr als einer Woche ein Schock am iranischen Devisenmarkt, der in Teheran wütende Händler spontan auf die Straße trieb. Die Demonstrationen schlugen jedoch rasch in politischen Protest um, der - wie in der Vergangenheit – mit Härte von der Staatsmacht verfolgt wird. Am Montag kündigte die Justiz der Islamischen Republik an, ohne Nachsicht vorzugehen.

Laut HRANA haben sich Studierende den Protesten an landesweit mindestens 17 Universitäten angeschlossen. An der Hochschule in Birdschand, Hauptstadt der Provinz Süd-Chorasan, gab es am Montagabend gewaltsame Festnahmen auf dem Campus, wie die bekannte Hochschulzeitung Amir‑Kabir berichtete.

Karte

Weitere Themen

Das könnte Sie auch interessieren

Politik Inland

zur Merkliste

Bauern kündigen Demo vor Tagungsgebäude der CDU an

Der CDU-Parteivorstand berät bei einer Klausurtagung in Mainz unter anderem über Wege aus der Wirtschaftskrise. Vor dem Tagungshotel wollen Bauern protestieren – und mit CDU-Chef Merz sprechen.

Politik Inland

zur Merkliste

Irans Justiz kündigt hartes Vorgehen gegen Proteste an

Seit gut einer Woche gehen Menschen im Iran gegen die autoritäre Staatsmacht auf die Straße. Die Justiz will wie in der Vergangenheit keine Nachsicht gewähren. Dafür nennt sie auch einen Grund.