Türkische Gen-Z-Banden: Gewalt erreicht NRW
Das Landeskriminalamt hat seit Februar rund 20 Straftaten in Nordrhein-Westfalen registriert, die türkischen Gen-Z-Banden zugeschrieben werden. Die Polizei beobachtet das neue Phänomen mit Sorge.
Bandenkriminalität erreicht NRW. (Archivbild)Jens Büttner/dpa
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Schüsse, Brandanschläge, Schutzgeld-Erpressungen: Das Landeskriminalamt NRW hat seit Februar rund 20 Straftaten in Nordrhein-Westfalen registriert, die es türkischen Gen-Z-Banden oder Mafiagruppen zurechnet. Es handele sich um ein neues Kriminalitätsphänomen, teilte das LKA auf dpa-Anfrage mit. In sechs Fällen habe es Schusswaffendelikte gegeben, in zwei weiteren Fällen sei lediglich Munition in einem Kuvert hinterlassen worden.
Die Banden sollen vor allem vermögende türkische Geschäftsleute erpressen. Zahlen diese nicht, werden Autos und Gebäude beschossen und es wird Feuer gelegt. Laut „Bild“-Zeitung stecken Banden wie die „Daltons“, „Ezgins“, „Casper“ oder „Sirinler“ (Schlümpfe) dahinter.
In einem Fall sei sogar ein versuchtes Tötungsdelikt registriert worden, teilte das LKA mit. Letzteres habe allerdings nicht im Zusammenhang mit einer Erpressung gestanden. Nach Angaben des LKA in Düsseldorf handelt es sich um Gruppierungen mit flachen Hierarchien und teils wechselnden Mitgliedern. Schwerpunkte lägen in den Städten der Rhein-Ruhr-Schiene.
Hohe Gewaltbereitschaft
Die „Türkische Gen-Z-Mafia“ weise eine hohe Gewaltbereitschaft auf. Die Täter seien mobil, wechselten ständig ihre Aufenthaltsorte und legten weite Entfernungen in kurzer Zeit zurück, um bundesweit Straftaten zu begehen.
Gleich gelagerte Phänomene seien zunächst in Berlin, dann in Süddeutschland und nun in NRW aufgetreten, so das LKA. Die NRW-Polizei beobachte die Entwicklung intensiv. Auf Landes- und Bundesebene finde ein enger Informationsaustausch der Sicherheitsbehörden statt.
Die Berliner Polizei hatte im Herbst 2025 die Sondereinheit „Ferrum“ gegründet, um gegen die gewalttätigen Gruppen und die Schusswaffenkriminalität vorzugehen.
Im Fokus stehen nach Angaben der Berliner Ermittler Banden, deren Anführer von der Türkei aus agieren und die in Berlin und anderen Städten türkisch- und kurdischstämmige Ladeninhaber bedrohen, um hohe Geldsummen zu erpressen. Wer kein „Schutzgeld“ zahlt, werde bestraft, heißt es. Viele Opfer trauten sich nicht, zur Polizei zu gehen.
Polizei geht gegen Erpresser vor. (Archivbild)Robert Michael/dpa
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