Thailand prüft nach Pub-Feuer Regeln für Vergnügungsstätten
Blockierte Notausgänge, fehlender Brandschutz: Nach dem Pub-Feuer mit 30 Toten in Bangkok soll es Konsequenzen geben. Im Fokus stehen nicht nur Gesetze, sondern auch das Verhalten der Clubbetreiber.
Eine verkohlte Gitarre und ein Mischpult zeugen davon, dass das Lokal lichterloh brannte.Adryel Talamantes/ZUMA Press Wire/dpa
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Thailands Regierung will nach dem verheerenden Feuer in einem Lokal in Bangkok mit 30 Todesopfern die Vorschriften für Vergnügungsstätten grundlegend überarbeiten. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul kündigte an, Gesetze zu Genehmigungen, Betriebszeiten und Standortvorgaben umfassend zu überprüfen. Viele der geltenden Regeln seien veraltet, zitierte ihn die Zeitung „Bangkok Post“. Anutin machte auch die Profitgier von Betreibern für viele Probleme in der Branche verantwortlich.
Bangkok ist eine der meistbesuchten Städte der Welt und gilt als Partymetropole, allerdings kam es auch schon mehrmals zu schweren Unglücken wie in der Nacht zum Montag. Das Feuer in dem Pub Rong Beer Na Ladprao im beliebten Stadtteil Chatuchak brach ganz plötzlich aus, als gerade eine Liveband spielte. Nach ersten Erkenntnissen könnte es durch einen Kurzschluss an einer Klimaanlage über der Decke ausgelöst worden sein.
Für viele Gäste gab es kein Entkommen aus dem Meer aus Flammen und Qualm. Mehr als zwei Dutzend Tote wurden noch in der Nacht gefunden. Rund 70 Menschen wurden verletzt, mehr als 20 davon schwer. Einige erlagen ihren Verletzungen erst später.
Ein Blick in die Ruine lässt das Ausmaß der Tragödie erahnen.Carola Frentzen/dpa
© Carola Frentzen/dpa
Landesweite Kontrollen angeordnet
Die Regierung ordnete nach der Katastrophe landesweite Kontrollen von Vergnügungsstätten und öffentlichen Gebäuden an. Innerhalb von 30 Tagen sollen Behörden unter Leitung des Innenministeriums Brandschutzanlagen, Notausgänge, die zulässige Besucherzahl sowie die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften überprüfen. Betriebe mit erheblichen Mängeln sollen vorerst geschlossen werden, bis die Bedenken ausgeräumt sind.
When a venue is licensed as a restaurant but operates like a pub, the difference is more than paperwork.
— Khaosod English (@KhaosodEnglish) July 14, 2026
It can mean weaker oversight, fewer restrictions and greater risk for customers.
The Na Ladprao fire has exposed a regulatory gap that authorities can no longer afford to… pic.twitter.com/KcH6cwfKsw
Gleichzeitig betonte Anutin, viele Probleme entstünden nicht durch unzureichende Gesetze, sondern weil Betreiber Vorschriften missachteten, um höhere Gewinne zu erzielen. Nach der jüngsten Katastrophe untersuchen Ermittler unter anderem, ob Mitarbeiter Ausgänge verschlossen, um zu verhindern, dass Gäste das Lokal verließen, ohne ihre Rechnung zu bezahlen. Auch gibt es Hinweise auf blockierte Fluchtwege und fehlenden Brandschutz.
Mögliche juristische Schritte gegen Pub-Betreiber
Nach bisherigen Erkenntnissen war das für Live-Musik bekannte Lokal als Restaurant genehmigt, aber offenbar wie eine Vergnügungsstätte betrieben worden. Die Ermittler prüfen, ob dadurch strengere Genehmigungs- und Sicherheitsauflagen umgangen wurden. Gegen den Betreiber und dessen Geschäftspartner sollen möglicherweise strafrechtliche Schritte eingeleitet werden.
Das Pub wurde bei dem Brand völlig zerstört.Uncredited/Bangkok Metropolitan Administration via AP/dpa
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In dem Meer aus Flammen und Qualm kamen Dutzende Menschen ums Leben.Uncredited/@jackfanchan via AP/dpa
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Das Lokal liegt im beliebten Stadtteil Chatuchak.Carola Frentzen/dpa
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Opfer der Brandkatastrophe wurden mit Tüchern bedeckt.Sakchai Lalit/AP/dpa
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Feuerlöscher und Plastiksandalen lagen am Tag nach der Tragödie vor dem Pub.Carola Frentzen/dpa
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