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Polizei ist Temposündern auf der Spur: Kontrollwoche startet

Eine Woche lang kontrolliert die Polizei bundesweit verstärkt die Geschwindigkeit. Was Fahrer und Fahrerinnen nun wissen müssen.

Von dpa

13.04.2026

Im April findet wieder ein bundesweiter Blitzermarathon der Polizei statt. (Symbolbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Im April findet wieder ein bundesweiter Blitzermarathon der Polizei statt. (Symbolbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

In dieser Woche schaut die Polizei Autofahrern besonders genau auf den Tacho. Beim sogenannten Blitzermarathon von Montag bis Sonntag finden laut ADAC bundesweit verschärfte Geschwindigkeitskontrollen statt. Haupttag der „Speedweek“ ist der Mittwoch (15. April). Fast alle Bundesländer beteiligen sich – als einziges Land bleibt das Saarland außen vor.

Im Fokus stehen vor allem unfallträchtige Strecken und Bereiche wie Schulen, Krankenhäuser und Baustellen, an denen langsam gefahren werden sollte.

Was ist Ziel der Aktion?

Die Polizei möchte die Risiken von überhöhter Geschwindigkeit im Straßenverkehr verstärkt ins öffentliche Bewusstsein rücken. „Zum einen wollen wir Geschwindigkeitsverstöße erkennen und ahnden, zum anderen Aufmerksamkeit generieren“, teilte das Polizeipräsidium Trier vorab mit. Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeiten seien eine der häufigsten Unfallursachen - insbesondere für tödliche Unfälle.

Der Blick in die Unfallstatistik zeigt: Im vergangenen Jahr starben insgesamt 2.814 Menschen auf Deutschlands Straßen – rund zwei Prozent mehr als 2024 (2.770 Todesopfer), wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte. 

Effekt umstritten

Ob Blitzermarathons dauerhaft etwas bewirken, ist allerdings umstritten. Eine Studie der Universität Passau, die alle 1,5 Millionen polizeilich gemeldeten Verkehrsunfälle zwischen 2011 und 2014 auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass temporär verstärkte Kontrollen Fahrer und Fahrerinnen nur kurzfristig zur Einhaltung der Regeln brächten. Dauerhaft niedrigere Unfallzahlen erziele vor allem eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung.

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) kritisierte, eine echte Auseinandersetzung bleibe aus. „Wer am Straßenverkehr teilnimmt, sollte seine Geschwindigkeit jederzeit und nicht nur in zwei Wochen im Jahr an den Verkehr, die Umgebung und die Wetterlage anpassen“, erklärte DAV-Hauptgeschäftsführerin Sylvia Ruge. Auch die „üblichen Standorte der Blitzer“ kritisierte der DAV. Kontrolliert werde meistens dort, wo erhöhte Geschwindigkeit am einfachsten möglich sei und nicht dort, wo sie besonders gefährlich sei.

ADAC: Aktion sensibilisiert Fahrer

Der ADAC bewertet die Kontrollaktion eigenen Angaben zufolge grundsätzlich positiv. Die intensive Medienberichterstattung sensibilisiere nicht nur jene, die tatsächlich geblitzt würden. „Die Geschwindigkeit ist an die Umgebung anzupassen. So gesehen ist ein Tempolimit auch als Limit und nicht als Empfehlung zu verstehen“, sagte ADAC-Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino.

Wer in eine Radarfalle gerät, muss mit den üblichen Sanktionen rechnen – Bußgeld, Punkte in Flensburg und gegebenenfalls Fahrverbot. Die nächste „Speedweek“ ist für den 3. bis 9. August geplant.

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