Panorama

Lierhaus über schwere Hirn-OP: „Ich konnte gar nichts“

Als Aushängeschild der Sportschau war Monica Lierhaus bekannt. Eine Operation 2009 veränderte ihr Leben komplett. Im Podcast mit Robin Gosens erzählt die Moderatorin, wie sie sich zurückgekämpft hat.

Von dpa

03.02.2026

Sie sei wahnsinnig dankbar für die Arbeit, sagt die Journalistin Monica Lierhaus. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

Sie sei wahnsinnig dankbar für die Arbeit, sagt die Journalistin Monica Lierhaus. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

„Ich konnte gar nichts“, sagt Monica Lierhaus rückblickend. Im Januar 2009 lag die Sportmoderatorin nach einer Gehirn-OP mit Komplikationen monatelang im künstlichen Koma. „Ich war wie eine lebende Leiche“, sagt die 55-Jährige im Podcast „Wie geht’s? mit Robin Gosens“. 

Ein Hirnaneurysma, das durch die Operation entfernt werden sollte, war während des Eingriffs geplatzt. Daraufhin erlitt Lierhaus schwere Hirnblutungen. Ihrer Familie sei damals gesagt worden, sich von ihr zu verabschieden, sagt die Journalistin in dem Podcast. 

Danach lag die Moderatorin vier Monate lang im Koma. Es folgten acht Monate Reha, um die beeinträchtigte Sprech- und Bewegungsfähigkeit zu trainieren. Lierhaus kämpfte sich zurück. In den vergangenen Jahren hat sie unter anderem für den Pay-TV-Sender Sky gearbeitet, seit 2023 ist sie im Sportteam von „RTL Aktuell“. 

„Bin angeguckt worden, als ob ich ein Monster wäre“ 

Zu ihrer Reha-Zeit sagt Lierhaus: „Man fühlt sich erst mal gefangen in einem Körper, der nicht mehr funktioniert.“ Ihr sei aber relativ schnell klar gewesen, sie wolle da raus, sie müsse sich da rauskämpfen. „Ich wollte auf meinen eigenen Beinen aus der Reha rausgehen, was ich auch geschafft habe.“ 

Die Zeit nach der langen Reha beschreibt Lierhaus als fürchterlich: „Ich bin angeglotzt worden, ich bin angeguckt worden, als ob ich ein Monster wäre. Es war eine Katastrophe. Es war wirklich schlimm.“ Sie sei von Paparazzi belagert worden. Deswegen habe sie sich dann auch zu dem ersten öffentlichen Auftritt bei der Goldenen Kamera 2011 entschlossen, sagt Lierhaus: Sie habe sich zeigen wollen - „So bin ich jetzt. Nehmt mich oder lasst es.“ 

Lierhaus will auch einmal nach Australien 

Sie habe sich immer Ziele gesetzt, sagt die Journalistin weiter. „Zum Beispiel die WM in Brasilien. Das war ein ganz großes Ziel von mir. Dann vom Fußboden alleine aufstehen können, war auch so ein Ziel. Oder eben Schnürsenkelbinden.“ Sie wolle auch einmal nach Australien, sagt Lierhaus und räumt auch ein: „Wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich kein besonders positiver Mensch.... Bei mir ist das Glas eigentlich immer halb leer und nie halb voll.“ 

Mit Einschränkungen muss Lierhaus nach eigener Aussage weiter leben. Bei Treppen ohne Geländer sei sie aufgeschmissen. „Mein Gleichgewichtssinn ist so stark geschädigt, dass ich keine Treppen ohne Geländer gehen kann. Und wenn da eine Treppe ist, kein Geländer, dann Feierabend, kann ich nicht ran.“ Der Gleichgewichtssinn werde nicht wiederkommen, so Lierhaus. 

So richtig akzeptiert habe sie bis heute nicht, dass sie nicht mehr das Leben wie vor der OP führen könne, sagt Lierhaus. Aber sie sei wahnsinnig dankbar für die Arbeit. „Wenn ich arbeiten darf, bin ich glücklich. Vor allen Dingen bin ich dann auch schmerzfrei.“

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