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Herbst und Winter: Das sind die Trends in der Männermode

Lange prägten Oversized-Silhouetten und Quiet Luxury-Looks die Männermode. Doch jetzt tut sich etwas. Was genau - und welche Stücke im Herbst und Winter angesagt sind, erklären zwei Fachleute.

Von Annalena Graudenz, dpa

24.08.2026

Materialmix und strukturierte Oberflächen: Das zeichnet viele Stücke in den aktuellen Kollektionen aus. Hier eine Kreation von Dolce & Gabbana.Luca Bruno/AP/dpa-tmn

Materialmix und strukturierte Oberflächen: Das zeichnet viele Stücke in den aktuellen Kollektionen aus. Hier eine Kreation von Dolce & Gabbana.Luca Bruno/AP/dpa-tmn

© Luca Bruno/AP/dpa-tmn

Rollkragenpullover aus dicker Wolle, schlichte Wollmäntel oder Strickwesten: Klassiker erleben in der Männermode derzeit ein Comeback. Doch sie wirken weniger geschniegelt als früher. 

Der Wollmantel wird jetzt etwa mit einer leicht verwaschenen Jeans kombiniert. Die Strickweste trifft auf ein langes Hemd, das deutlich unter dem Saum hervorschaut. Und auch der Pullunder gehört jetzt wieder in den Kleiderschrank des modern angezogenen Mannes. Heute wird er allerdings häufig unter dem englischen Begriff „Sweat Vest“ geführt - und oft mit groben Strickmustern getragen.

Gekonnt schichten: Das ist eine Kernkompetenz für modische Männer. Hier ein Kombinationsbeispiel aus der Herbst-Winterkollektion 2026/2027 von Windsor (Mantel ca. 1.500 Euro, Shirt ca. 299 Euro, Strickjacke ca. 460 Euro, Jeans ca. 260 Euro, Krawatte ca. 120 Euro).Windsor/dpa-tmn

Gekonnt schichten: Das ist eine Kernkompetenz für modische Männer. Hier ein Kombinationsbeispiel aus der Herbst-Winterkollektion 2026/2027 von Windsor (Mantel ca. 1.500 Euro, Shirt ca. 299 Euro, Strickjacke ca. 460 Euro, Jeans ca. 260 Euro, Krawatte ca. 120 Euro).Windsor/dpa-tmn

© Windsor/dpa-tmn

Doch das ist nicht das einzig Auffällige in der Männermode. „Nach Jahren von Oversized-Silhouetten, Logo-Streetwear und Quiet Luxury gibt es jetzt wieder mehr Persönlichkeit: schlankere Schnitte, bessere Stoffe, mehr Charakter“, sagt der Stylist Lukas Blasberg. Weite Hosen und übergroße Looks sind nicht mehr angesagt. Die Proportionen verändern sich, die Silhouetten werden schmaler. Auch der klassische Anzug erscheint taillierter, oft mit Bundfaltenhose und Krawatte. 

Blouson als Stück der Stunde

Gleichzeitig verliert der Anzug seinen strengen Charakter. Sneaker oder robuste Boots ersetzen häufig die eleganten Lederschuhe dazu, Sakko und Hose müssen nicht mehr aus demselben Stoff sein. Und auch Business Casual wird entspannter: „Eine Lederblousonjacke über kariertem Hemd und Chino wirkt gepflegt, aber nicht steif“, sagt Blasberg. Dabei dürfe das Hemd ausdrücklich unter der Jacke hervorschauen. 

Bei der Kombi Strickweste zu langem Hemd gilt übrigens laut Prof. Sabine Resch von der AMD Akademie Mode & Design in München: „Wenn das Hemd rausschaut, dann richtig, nicht nur zwei Zentimeter.“ Sonst wirke es wie ein Versehen. 

Keine Lust auf Braun in Braun? Modische Farbtupfer gelingen mit Rot. Gut zu sehen an dieser Blouson-Hemd-Kombi von Calvin Klein (Preis auf Anfage). Isidore Montag/Calvin Klein Collection/dpa-tmn

Keine Lust auf Braun in Braun? Modische Farbtupfer gelingen mit Rot. Gut zu sehen an dieser Blouson-Hemd-Kombi von Calvin Klein (Preis auf Anfage). Isidore Montag/Calvin Klein Collection/dpa-tmn

© Isidore Montag/Calvin Klein Collection/dpa-tmn

Ein weiteres Stück, das jetzt viel zu sehen ist: der Blouson. Die Acne Studios zeigen ihn in der Herbst-/Winterkollektion etwa in Weinrot oder mit auffallend wolligem Shearling-Kragen. Ähnlich sieht man ihn auch in der Kollektion von Soshiotsuki - mit pelzigem Kragen. Und das italienische Label Zegna präsentiert den Blouson mit Karomuster zur Bundfaltenhose. Und noch eines fällt auf: Der Blouson hat jetzt oft markante Nähte, strukturierte Oberflächen und bewusst aufgeraute Materialien.

Markant und mit Kaputt-Effekt

Überhaupt spielen Stoffe derzeit eine große Rolle. Cord, Samt, grobe Wolle und Leder prägen viele Kollektionen. Vermeintliche Gebrauchsspuren oder bewusste Kaputt-Effekte gehören zum Bild. Für Sabine Resch spiegelt das auch den Zeitgeist wider: Statt makellosem Luxus rücke eine ehrlichere, handwerkliche Ästhetik in den Vordergrund.

Der Look von Digel verbindet drei Trends der Saison: dicker Rollkragen, Cord und die Trendfarbe Rot (Preis auf Anfrage).Digel/dpa-tmn

Der Look von Digel verbindet drei Trends der Saison: dicker Rollkragen, Cord und die Trendfarbe Rot (Preis auf Anfrage).Digel/dpa-tmn

© Digel/dpa-tmn

Bei den Farben bleibe Braun, Camel und Oliv wichtig. Gleichzeitig setzen viele Designer kräftige Nuancen als Akzent ein. „Rot löst das stille Braun-Bordeaux-Kontinuum der letzten Saisons ab und setzt einen klaren Farbakzent“, sagt Blasberg. Von leuchtendem Signalrot bis zu dunklem Weinrot reicht die Palette. Besonders auf Cord, Velours oder Leder wirkt die Farbe markant, ohne schrill zu erscheinen. 

Auch Karomuster feiern ein Comeback. Anders als früher wirken sie allerdings weniger britisch-konservativ, sondern häufig großflächig oder strukturiert.

Pailletten und Broschen

Doch es gibt auch extravagantere Trends: transparente Oberteile, tiefe Ausschnitte und Pailletten sind zunehmend in den Herrenkollektionen zu sehen. Letztere zeigt das Label Dsquared2 etwa an der Jeansjacke, Miguel Vieira setzt sie auf den schwarzen Rollkragenpulli und Dior aufs lila Tanktop.

Pailletten und auffälliger Ausschnitt: auch fernab von Laufstegen ein Hingucker. Hier ein Beispiel aus der Herbst-/Winterkollektion 2026/2027 von Dior (Preis auf Anfrage).Dior/dpa-tmn

Pailletten und auffälliger Ausschnitt: auch fernab von Laufstegen ein Hingucker. Hier ein Beispiel aus der Herbst-/Winterkollektion 2026/2027 von Dior (Preis auf Anfrage).Dior/dpa-tmn

© Dior/dpa-tmn

Eher ein Zukunftstrend ist nach Einschätzung von Resch Schmuck für Männer. Broschen etwa, wie sie derzeit auf Laufstegen oder an prominenten Männern zu sehen sind. Sie könnten sich in den kommenden Saisons stärker durchsetzen. 

Bei Dolce & Gabbana heftete jedenfalls jetzt schon eine Brosche in Form einer Rose am Revers, Ralph Laurens Purple Label zeigt ein Exemplar in Vogelform und das japanische Label Kolor kombiniert eine an Schaumblasen erinnernde Perlenbrosche zum langen grünen Mantel.

Kein Winter ohne Rollkragenpullover. Hier angesagt gestylt mit schmaler Hose aus der Herbst-Winterkollektion 2026/2027 von Loro Piana.Loro Piana/dpa-tmn

Kein Winter ohne Rollkragenpullover. Hier angesagt gestylt mit schmaler Hose aus der Herbst-Winterkollektion 2026/2027 von Loro Piana.Loro Piana/dpa-tmn

© Loro Piana/dpa-tmn

Lässiger Schick mit Lederjacke und Loafer. Hier zu sehen in einer Kombination aus der Pre-Herbstkollektion 2026/2027 von Dior.Peter Joseph Smith/Dior/dpa-tmn

Lässiger Schick mit Lederjacke und Loafer. Hier zu sehen in einer Kombination aus der Pre-Herbstkollektion 2026/2027 von Dior.Peter Joseph Smith/Dior/dpa-tmn

© Peter Joseph Smith/Dior/dpa-tmn

Kann auch mal abseits der Berge etwas rustikaler ausfallen: der Lieblingspulli für den Winter. Hier ein Exemplar aus der Herbst-Winterkollektion 2026/2027 von Dale of Norway (Sweater ca. 299 Euro).Dale of Norway/dpa-tmn

Kann auch mal abseits der Berge etwas rustikaler ausfallen: der Lieblingspulli für den Winter. Hier ein Exemplar aus der Herbst-Winterkollektion 2026/2027 von Dale of Norway (Sweater ca. 299 Euro).Dale of Norway/dpa-tmn

© Dale of Norway/dpa-tmn

Diese Saison darf man ruhig ein bisschen kleinkariert sein. Mit gutem Beispiel voran geht die Jacke von COS (Jacke ca. 99 Euro, Shirt ca. 69 Euro, Hose ca. 99 Euro).COS/dpa-tmn

Diese Saison darf man ruhig ein bisschen kleinkariert sein. Mit gutem Beispiel voran geht die Jacke von COS (Jacke ca. 99 Euro, Shirt ca. 69 Euro, Hose ca. 99 Euro).COS/dpa-tmn

© COS/dpa-tmn

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