Experte: Deutschland bei Waldbränden nur bedingt vorbereitet
Deutschland kann viele Brände dank seines dichten Feuerwehrnetzes schnell klein halten. Doch wenn Vegetationsbrände eskalieren, zeigen sich Schwächen, sagt ein Experte.
Seit Donnerstag brennt es im Hürtgenwald. Federico Gambarini/dpa
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Deutschland ist nach Einschätzung des Waldbrandexperten Ulrich Cimolino nur bedingt auf größere Vegetationsbrände vorbereitet. Eine Stärke sei das flächendeckende Feuerwehrsystem. „Wir schaffen es, sehr viele Feuer klein zu halten, weil wir Feuerwehr in der Fläche haben“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband (DFV) der Deutschen Presse-Agentur.
Schwierig werde es bei dynamischen Lagen: Kämen etwa Wind als treibender Faktor und die Topographie zusammen, könnten Brände schnell eskalieren. Vegetationsbrände seien anders als andere Brände, dafür brauche es geschulte Einsatzkräfte. Defizite sieht der Experte vor allem bei der Ausbildung. Es gebe keine nennenswerten zentralen Aus- und Fortbildungsstätten, die Taktik und Technik weiterentwickelten.
Luftunterstützung kann Ausbreitung verzögern
Deutschland verfüge grundsätzlich über ausreichend Luftunterstützung: Mehr als 70 geeignete Hubschrauber von Länderpolizeien, Bundespolizei und Bundeswehr stünden für unterschiedliche Aufgaben zur Verfügung. Problematisch seien jedoch teils langwierige Anforderungswege und unterschiedliche Verfahren zwischen den Bundesländern, so Cimolino, der auch Mitglied der Forest Fire Commission des CTIF ist.
Bei schnell laufenden Bränden könne man aus der Luft mit feuerhemmenden Mitteln die Ausbreitung verzögern und das Feuer an möglichst bereits vorhandenen Stopplinien aufhalten, sagte Cimolino. „Das Feuer selbst wird immer am Boden gelöscht!“
Kampfmittel als mögliches Risiko
Mit Blick auf den aktuellen Brand im Hürtgenwald verwies Cimolino auf die Vergangenheit der Region als Kampfgebiet im Zweiten Weltkrieg. „Die Munition wird nicht besser, wenn sie älter wird“, sagte er. Für Einsätze auf Munitionsverdachtsflächen brauche es unter anderem mehr geschützte beziehungsweise gepanzerte Fahrzeuge.