Panorama

Ein Jahr danach: Myanmar ringt weiter mit Folgen des Bebens

Ein Jahr nach der Erdbeben-Katastrophe brauchen Millionen Menschen in Myanmar weiter Hilfe. Wiederaufbau und Versorgung bleiben schwierig – jetzt noch verschärft durch die Folgen des Iran-Kriegs.

Von dpa

27.03.2026

Unzählige Häuser stürzten bei dem Erdbeben der Stärke 7,7 ein. (Archivbild)Aung Shine Oo/AP/dpa

Unzählige Häuser stürzten bei dem Erdbeben der Stärke 7,7 ein. (Archivbild)Aung Shine Oo/AP/dpa

© Aung Shine Oo/AP/dpa

Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 7,7 in Myanmar kämpfen Millionen Menschen in dem Krisenland weiter mit den Folgen der Naturkatastrophe. Besonders in den zentralen Regionen Mandalay und Sagaing kommt der Wiederaufbau nur schleppend voran, wie Hilfsorganisationen berichten. Viele Familien leben noch immer in provisorischen Unterkünften, oft fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser. 

Der Wiederaufbau stocke auch wegen der Kürzungen internationaler Mittel, teile die Welthungerhilfe mit. Hinzu kommt ein blutiger Bürgerkrieg in vielen Landesteilen. „Aktuell leiden rund 12,4 Millionen Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit, 8,5 Millionen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen“, sagte Henry Braun, der Landesdirektor der deutschen Hilfsorganisation in Myanmar, der Deutschen Presse-Agentur. 

Das gewaltige Beben am 28. März 2025, das auch im benachbarten Thailand deutlich zu spüren war, traf das von Konflikten geprägte und früher als Birma bekannte Land in Südostasien besonders hart. Insgesamt waren laut den Vereinten Nationen mehr als 17 Millionen Menschen vor allem im Zentrum Myanmars betroffen, darunter etwa neun Millionen in den am schwersten zerstörten Gebieten. 

Opferzahl auch ein Jahr später unklar

Wie viele Menschen ums Leben kamen, ist bis heute unklar. Je nach Quelle variieren die Zahlen zwischen 3.800 und 5.300. Unzweifelhaft ist, dass Tausende Anwohner verletzt und unzählige weitere obdachlos wurden. Die Zerstörungen - auch wichtiger Infrastruktur - waren gewaltig.

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok, wo die Erde ebenfalls bebte, stürzte damals der Rohbau eines Hochhauses ein. Mehr als 90 Arbeiter kamen in den Trümmern ums Leben. Videos von schwankenden Wolkenkratzern, von deren Rooftop-Pools das Wasser in die Tiefe stürzte, gingen um die Welt. 

In Bangkok stürzte der Rohbau eines Hochhauses ein und begrub mehr als 90 Menschen in den Trümmern. (Archivbild)Carola Frentzen/dpa

In Bangkok stürzte der Rohbau eines Hochhauses ein und begrub mehr als 90 Menschen in den Trümmern. (Archivbild)Carola Frentzen/dpa

© Carola Frentzen/dpa

In Myanmar kam noch der schwere Bürgerkrieg hinzu: Seit einem Militärputsch Anfang 2021 leiden weite Teile der Bevölkerung unter ständigen Angriffen und Gewalt. Die Junta geht mit aller Härte gegen jeden Widerstand vor. „Der Wiederaufbau braucht auch Zeit, weil die Gemeinden weiter unter den Folgen des andauernden bewaffneten Konflikts leiden“, teilte das Rote Kreuz mit.

Iran-Krieg verschärft die Situation

Auch der Krieg im Nahen Osten hat wegen steigender Treibstoff- und Düngemittelpreise spürbare Auswirkungen. „An den Tankstellen bilden sich lange Schlangen, und die Transportkosten ziehen an“, betonte Braun. Wegen der Energieknappheit dürften Fahrzeuge mittlerweile nur noch zweimal pro Woche betankt werden und entweder nur noch an geraden oder ungeraden Tagen fahren. Die Krise verteuere nicht nur den Alltag der Menschen, sondern erschwere auch die Lieferung von Hilfsgütern und den Zugang zu Lebensmitteln und medizinischer Versorgung.

Tausende Menschen kamen bei dem verheerenden Beben ums Leben. (Archivbild)Uncredited/AP/dpa

Tausende Menschen kamen bei dem verheerenden Beben ums Leben. (Archivbild)Uncredited/AP/dpa

© Uncredited/AP/dpa

In den Regionen Sagaing und Mandalay wurden auch viele heilige Stätten zerstört. (Archivbild)Thein Zaw/AP/dpa

In den Regionen Sagaing und Mandalay wurden auch viele heilige Stätten zerstört. (Archivbild)Thein Zaw/AP/dpa

© Thein Zaw/AP/dpa

Karte
Das könnte Sie auch interessieren

Panorama

zur Merkliste

Eurovision Song Contest bald mit Asien-Edition

Zum 70-jährigen Jubiläum des bekannten Musik-Wettbewerbs schlagen die Veranstalter ein neues Kapitel auf. In diesem Jahr soll es erstmals einen asiatischen Ableger der Show geben.

Panorama

zur Merkliste

Erdbeben in der Toskana: Keine größeren Schäden

In der italienischen Urlaubsregion bebt die Erde, auch in der Hauptstadt Florenz, wo jetzt schon viele Touristen unterwegs sind. Nach ersten Berichten geht jedoch alles glimpflich aus.

Panorama

zur Merkliste

5 Orte in Bangkok, die Sie nicht verpassen sollten

Wenn es in Bangkok ein Pflichtprogramm gibt, zählen die Buddha-Statuen und das Streetfood sicher dazu. Aber natürlich noch viel mehr! Unsere Top 5 für einen Trip in die meistbesuchte Stadt der Welt.