Raesfeld

Was sich Tobias Honvehlmann von der EU wünscht

Die Landwirtschaft ist gerade für das Westmünsterland ein wichtiges Thema bei der Europawahl am kommenden Sonntag. Im Rahmen unserer Reihe von Gastkommentaren zur Europawahl haben wir Tobias Honvehlmann, Landwirt aus Erle, um seine Meinung gebeten.

Von Tobias Honvehlmann

23.05.2019

Tobias Honvehlmann

Tobias Honvehlmann

© Privat

Gastkommentar

Ich wünsche mir von der EU, dass diese vor allem den Grundpfeilern der Demokratie wieder einen höheren Stellenwert gibt. Im Speziellen hat gerade in der Landwirtschaft die „Gleichberechtigung“ in den letzten Jahren an Wichtigkeit verloren. Besonders die Schaffung von länderübergreifend gleichen Rahmenbedingungen halte ich für notwendig. In dieser Forderung finde ich mich als Landwirt, aber besonders auch als Verbraucher wieder.

Ich möchte die Sicherheit haben, dass Lebensmittel, die in Europa produziert werden, europaweit auch gleichen Kontrollen und gleichen Qualitätsanforderungen unterliegen. Somit wird europaweit ein Mindestmaß an Qualitätsansprüchen sowohl an die konventionelle als auch an die ökologische Landwirtschaft festgelegt. Dies bedeutet für uns Landwirte zugleich auch eine fairere Landwirtschaft, eine freiere Marktwirtschaft.

Zu dieser freien Marktwirtschaft gehört für mich auch die Unabhängigkeit von staatlichen Subventionen. Infolgedessen wünsche ich mir von der EU, dass sie sich für mehr Wertschöpfung in der Landwirtschaft einsetzt, sodass Ausgleichszahlungen abgebaut und Verwaltungskosten gespart werden können.

Außerdem sehe ich gerade in der medial stark diskutierten Grund- und Trinkwasserproblematik in der EU Nachholbedarf. Zurzeit ist es jedem Mitgliedsstaat selbst überlassen, wie dicht das Messnetz ist, wo Messbrunnen gesetzt und welche Ergebnisse nach Brüssel geliefert werden. Ich wünsche mir von der EU ein einheitliches Messnetz, welches alle Mitgliedstaaten fair bewertet.

Damit will ich die heimische und insgesamt die deutsche Landwirtschaft jedoch nicht aus der Verantwortung nehmen. In der Vergangenheit wurden sicherlich Fehler gemacht, allerdings hat auch unsere Branche aus Fehlern gelernt und das Wissen für Grundwasserschutz hat zugenommen. Wir arbeiten stetig daran, den Düngereinsatz effizienter und nachhaltiger zu gestalten, um unser Wasser zu schonen und die Feldfrüchte besser zu versorgen.

Zuletzt liegt mir das Bewusstsein und Wissen über die Landwirtschaft und dadurch auch die Wertschätzung dieser am Herzen. Landwirte leisten täglich tolle Arbeit mit einer Vielseitigkeit, die unter vielen Berufen ihresgleichen sucht. Ich wünsche mir von der EU, dass Landwirtschaft und Ernährung wieder einen höheren Stellenwert bekommt und vielleicht sogar in den Bildungsplan aufgenommen wird.

Ich freue mich auf zukünftige Entwicklungen und spannende Dialoge mit Mitbürgern.

Weitere Gastkommentare:

Henry Tünte

Was sich Markus Rößing von der EU wünscht

Was sich Berthold te Vrügt von der EU wünscht

Was sich Anne Börger-Olthoff von der EU wünscht

Das könnte Sie auch interessieren

Raesfeld

zur Merkliste

Fotos erinnern an Geschichte von Marbecker- und Dorstener Straße

Karl-Heinz Tünte hat im Rahmen der Reihe „Neues aus Alt-Raesfeld“ historische Bilder zur Marbecker und Dorstener Straße gezeigt. Aufnahmen vom Ehrenmal 1926 bis zu verschwundenen Gebäuden zeichnen in 90 Minuten 100 Jahre Ortsgeschichte nach.

Raesfeld

zur Merkliste

Bewegungskunst Raesfeld richtete Kobodu-Lehrgang aus

35 Kampfsportler aus mehreren Bundesländern sowie aus Belgien und den Niederlanden haben beim Verein Bewegungskunst Raesfeld Kobudo trainiert. Beim Lehrgang der japanischen Kampfkunst wurde zunächst alleine trainiert, beim Partnertraining war dann die genaue Abstimmung mit dem Gegenüber in Bezug auf Krafteinsatz, Abstand und dem richtigen Zeitpunkt der Reaktion sehr wichtig.