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Was sich Berthold te Vrügt von der EU wünscht

Gastkommentar

Dienstag, 21. Mai 2019 - 10:00 Uhr

von Berthold te Vrügt

Im Vorfeld der Europawahl hat die Borkener Zeitung Vertreter aus Vereinen und Verbänden, aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gefragt, was sie sich von der Europäischen Union wünschen. Die Gedanken veröffentlicht die BZ als Gastkommentare. Heute kommt der Gastkommentar von Berthold te Vrügt, Vorstandsmitglied der VR-Bank Westmünsterland.

+++Symbolbild+++

Von der EU wünsche ich mir, dass ihr Motto „In Vielfalt geeint“ weiter das gemeinsame Ziel bleibt. Europa ist vielfältig und bunt. Die Menschen in den europäischen Regionen haben sich zur EU zusammengetan in dem Wissen um ihre unterschiedlichen (Wirtschafts-) Kulturen. Denn sie wussten: Gemeinsames Vorgehen bringt allen mehr, wenn sich jedes Land mit seinen Stärken einbringen kann. Dafür steht der erfolgreiche europäische Binnenmarkt.

Ein eindrucksvolles Beispiel dieser Vielfalt ist der Mittelstand. Dieser kennzeichnet auch das Westmünsterland und ist ein prägendes Merkmal der Sozialen Marktwirtschaft. Er steht für eine Kultur, in der Gesellschaft und Wirtschaft miteinander und nicht gegeneinander wirken. Er stellt 78,5 Prozent unserer Arbeitsplätze bereit. Der Mittelstand trägt entscheidend zu Lebensqualität, Wohlstand und sozialem Frieden bei. Er sorgt für ein flächendeckendes Netz starker Regionen auch abseits der großen Ballungszentren.

Foto: VR bank

Berthold te Vrügt

Als Genossenschaftsbank sind wir ebenfalls Mittelständler. Darum verstehen auch wir die vielfältigen und kritischen Reaktionen auf das aktuelle Papier des deutschen Wirtschaftsministers zur „Nationalen Industriestrategie“. Sie stehen für die Sorge Vieler, dass die dort diskutierte, auch in Frankreich zu vernehmende Betonung und Förderung großer Konzerne, der „nationalen Champions“, unsere erfolgreiche dezentrale Wirtschafts- und Gesellschaftskultur beeinträchtigen könnte.

Stattdessen sollten wir in Deutschland und in Europa – mottogetreu – Diversität und Vielfalt, und damit auch Innovation, fördern. Zentrales europäisches Agieren sollte sich auf geeignete Bereiche wie Forschung, Sicherheit und Infrastruktur, aber auch subsidiäres, solidarisches Helfen in schwierigen Phasen konzentrieren.

Es gilt also, auf diese Weise das viele Wertvolle auszubauen, das Europa uns gebracht hat. Ein starkes und solidarisches Europa entsteht aus der Kraft und den Ideen kreativer Regionen mit individuellen Profilen, nicht umgekehrt.

Weitere Kommentare von:

Anne Börger-Olthoff


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