Leserbrief: Gründlichkeit geht beim Brinkerhof vor Schnelligkeit
Leserbrief zum BZ-Bericht „In der Brinkstraße soll‘s ruhiger werden“ vom 26. Juni.
© Hetkamp Architektur
Vorweg sei gesagt, dass ich das Vorhaben der Caritas und der auf Pflege und Medizin spezialisierten Unternehmensgruppe Flexi begrüße, im Auftrag und mit Hilfe der Stadt Borken und unter Federführung des Architekturbüros Hetkamp ein innerstädtisches medizinisches und psychosoziales Versorgungszentrum, namens Brinkerhof, entstehen zu lassen.
Vier Aspekte möchte ich kritisch in den Fokus rücken:
1. Die Prognosen der Stadt zur Verkehrsproblematik als Folge des Bauprojekts halte ich nicht für belastbar, um aus ihnen verlässliche Grundlagen für eine Planung abzuleiten (singuläre Messungen, unklare Rahmenbedingungen wie Wochentag, Uhrzeit, Witterungsbedingungen, Differenzierung nach Art des Verkehrs und der Verkehrsteilnehmer). Hier obsiegt wohl der Optimismus über den Pragmatismus.
2. Um die Brisanz der zu befürchtenden Verkehrshäufung zu entschärfen, schlage ich vor, die Turmstraße von der Johann-Walling-Straße bis zu ihrer Einmündung in die Brinkstraße in einen „Fahrrad-Bypass“ zur Brinkstraße umzuwidmen. Dazu müsste allerdings das Kopfsteinpflaster einer farbig markierten Asphaltdecke weichen.
3. Durch den Wegfall der Tiefgarage beraubt sich die Stadt nicht nur eines Parkplatzangebotes für Besucher des Ärztezentrums und der Caritas, sondern auch der Möglichkeit, mit Blick auf drohende Krisenszenarien, mit dem Bau einer solchen Tiefgarage auf vergleichsweise „günstige Art“ einen zentral gelegenen Schutzraum für die Zivilbevölkerung zu schaffen. Möglicherweise ergeben sich sogar für derart zukunftsorientierte Kommunen, angesichts der aktuellen politischen Handlungsdynamik, finanzielle Zuschüsse aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur.
4. In jedem Fall sollte der Abfluss des Besucher-/Parkverkehrs des Brinkerhof über den bereits vorhandenen Parkplatz hinter dem Diebesturm in Richtung Piepershagen und dann zum Nordring hin erfolgen. Die Ausfahrt müsste dann über eine anzulegende Tunnelwanne (unter der Turmstraße) erfolgen, die den jetzt schon vorhandenen Niveauunterschied nutzen könnte.
Für die Realisierung eines derartigen städtebaulichen Großprojekts sollte gelten: Gründlichkeit vor Schnelligkeit.
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