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Wirtschaftsministerin sieht Chancen bei Drohnenabwehr und KI

In Deutschland und Europa sollen in den kommenden Jahren hohe Milliardenbeträge in Militärausrüstung fließen. Kann Thüringen von Investitionen in diesem Bereich profitieren?

Von dpa

16.02.2026

Kann Thüringen von Investitionen in Rüstungsproduktion profitieren? (Archivbild) Martin Schutt/dpa

Kann Thüringen von Investitionen in Rüstungsproduktion profitieren? (Archivbild) Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Wirtschaftsministerin Colette Boos-John sieht Chancen für die Thüringer Wirtschaft durch die geplanten Milliardeninvestitionen in Militärtechnik in Deutschland und Europa. „Da gibt es Potenzial. Das dürfen wir nicht liegenlassen“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Das Spektrum sei breit und reiche von Zulieferteilen der Metall- und Elektroindustrie bis zu Systemen zur Erkennung von Drohnen oder den Einsatz Künstlicher Intelligenz beim Schutz kritischer Infrastruktur. 

Teilweise gebe es bereits Thüringer Firmen, die in diesen Bereichen aktiv seien. Boos-John nannte als Beispiel einen Softwareentwickler, der sich auch mit der Drohnenabwehr beschäftige. Sie sieht aber auch Chancen für Automobilzulieferer, von denen derzeit viele einen schwierigen Prozess der Neuausrichtung durchmachten. Viele von ihnen verfügten auch über eine stark automatisierte Fertigung, die bei Aufträgen aus Bereichen wie der Militärtechnik angepasst werden könnte.

Erste Gespräche über Projekte

Nach Angaben der Ministerin laufen verschiedene Gespräche, auch mit Unternehmen über mögliche Investitionen in Produktionsstätten in Thüringen. Firmennamen wollte sie nicht nennen.

Der Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft, Andreas Krey, hatte kürzlich davon gesprochen, dass Thüringen in der engeren Standortwahl bei einigen internationalen Rüstungsinvestitionen sei. Derzeit hielten internationale Produzenten von Militärtechnik Ausschau nach Standorten für zusätzliche Produktionskapazitäten. Ziel der EU ist es, bei Militärtechnik unabhängiger von den USA zu werden.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ist Thüringen mit insgesamt etwa 370 möglichen Investoren oder Unternehmen im Gespräch - davon einige auch auf dem Gebiet der Militärtechnik. Der Schwerpunkt liege jedoch auf den Bereichen Optik, Elektronik sowie Elektro- und Medizintechnik, aber auch Umwelttechnik und Maschinenbau. Bei 66 Projekte seien die Gespräche in einem fortgeschrittenen Stadium - sie seien realisierungsnah, so das Ministerium.

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