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Gibt es genügend Wahlhelfer für die Landtagswahl?

Ohne sie läuft bei der Landtagswahl kaum etwas: Wahlhelfer geben Stimmzettel aus oder helfen bei der Auszählung der Stimmen. Wie viele werden in größeren Städten in Rheinland-Pfalz noch gesucht?

Von dpa

17.02.2026

In einigen Kommunen werden noch Wahlhelfer gesucht. (Symbolbild) Sven Hoppe/dpa

In einigen Kommunen werden noch Wahlhelfer gesucht. (Symbolbild) Sven Hoppe/dpa

© Sven Hoppe/dpa

In rund vier Wochen werden sie bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gebraucht: Wahlhelferinnen und Wahlhelfer. Landesweit werden laut Statistischem Landesamt rund 45.000 von ihnen im Einsatz sein. 

Wie viele Wahlhelfer haben größere Städte bereits gefunden?

In der Landeshauptstadt Mainz werden etwa 1.600 Wahlhelfer benötigt. Hinzu kommen etwa 200 Reservekräfte. Die Stadt sei gut aufgestellt, teilte ein Sprecher mit. Es komme angesichts „vieler freiwilliger Anmeldungen eigentlich selten zu Problemlagen bei der Berufung“. Die Resonanz in Mainz sei in den letzten Jahren stets gut gewesen, anders könne das in kleinen Ortschaften aussehen.

In Kaiserslautern sucht die Stadt noch mindestens 35 Wahlhelfer, um alle Positionen der insgesamt 750 benötigten Wahlhelfer und Ersatzkräfte zu besetzen. Zur Landtagswahl hätten sich weniger Interessenten als noch bei der Bundestagswahl gemeldet. 

„Insgesamt zeigt sich generell ein abnehmender Trend der sich meldenden Helfer von Wahl zu Wahl“, sagte eine Sprecherin. In Koblenz laufe die Suche nach Wahlhelfern „normal gut“, weil die Vorlaufzeit bei der Landtagswahl im Vergleich zur letzten Bundestagswahl länger sei, heißt es von der Verwaltung. Von den rund 1.000 benötigten Wahlhelfern sind demnach bislang rund 940 gefunden worden. 

In Andernach werden am Wahlsonntag knapp 200 Helfer in den Wahllokalen und bei der Briefwahl benötigt. Hinzu kommen 20 bis 30 Verwaltungsmitarbeiter für organisatorische Aufgaben wie etwa die Einrichtung der Wahllokale. „Für die Stadt Andernach haben sich in der Zwischenzeit ausreichend Wahlhelferinnen und Wahlhelfer gemeldet“, heißt es auf Anfrage. Doch der Aufruf bleibe für eine Reserveliste weiterbestehen. Im Vorfeld der letzten Bundestagswahl konnte die Stadt neue Wahlhelfer gewinnen. Die Rückmeldequote sei in den vergangenen Jahren konstant geblieben. 

Wahlhelfer zählen unter anderem Stimmen bei der Landtagswahl aus. (Archivbild) Thomas Frey/dpa

Wahlhelfer zählen unter anderem Stimmen bei der Landtagswahl aus. (Archivbild) Thomas Frey/dpa

© Thomas Frey/dpa

In Ludwigshafen sind noch etwa zehn Positionen zu besetzen – dabei geht es um Wahlvorsteher und Schriftführer und eine Reserve für mögliche Krankheitsfälle. Etwa 70 Prozent der Wahlhelfer sind nach Angaben der Stadt bereits bei vergangenen Wahlen im Einsatz gewesen. 

Die Stadt Trier benötigt insgesamt 950 Wahlhelfer. „Aktuell fehlen noch rund 30“, berichtete ein Sprecher. Diese Zahl beinhalte aber ebenfalls noch keine Reserve für mögliche kurzfristige Ausfälle. 

Insgesamt werde es immer schwieriger, genügend Wahlhelfer zu finden, teilte der Städtetag mit. Kommunen müssten „deutlich intensiver um Wahlhelfer werben als noch vor einigen Jahren“. 

Wie werben größere Städte um Wahlhelfer? 

Beim Anwerben von Freiwilligen setzen die größeren Städte im Land auf einem Mix aus digitaler Werbung und analoger Ansprache. Die Stadt Trier etwa sucht bereits seit Monaten aktiv nach Helfern, „sowohl innerhalb der Verwaltung über Anschreiben und das Intranet und natürlich auch nach draußen gerichtet“. 

Die Römerstadt hat ein Video bei Instagram gepostet, in der Mitarbeiter des Wahlamtes die wichtigsten Fragen beantworten. Analog setzt die Trierer Verwaltung auf Plakate an prominenten Stellen in der Stadt, Flyer, Infoscreens in Stadtbussen und einem Großbildschirm an einer Veranstaltungshalle. 

In Mainz gab es einen Aufruf des Oberbürgermeisters auf der Webseite der Stadt. Auch in Andernach und Koblenz suchen die Verwaltungen per Mitteilung auf Webseiten oder in sozialen Medien. 

Auch für die Briefwahl werden Helfer benötigt. (Archivbild) Andreas Arnold/dpa

Auch für die Briefwahl werden Helfer benötigt. (Archivbild) Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

In Städten wie Mainz, Ludwigshafen oder Kaiserslautern wurden Bürger per Zufallsstichprobe aus dem Melderegister angeschrieben. Kaiserslautern fragt zudem die Helfer vergangener Wahlen an sowie Erstwähler. Auch ein Radiospot sei geplant. In Andernach werden städtische Mitarbeitende gebeten, Wahlhelfer zu werden. 

„Bei den Wahlhelfern hat sich eine gute Mischung aus städtischen Mitarbeitenden und freiwillig Engagierten bewährt“, erläuterte der Städtetag. Es brauche für städtische Mitarbeiter aber einheitliche und rechtssichere Regelungen, um ihnen Arbeitszeit für ihre ehrenamtliche Tätigkeit gutschreiben oder ausgleichen zu können. 

Reicht das Erfrischungsgeld als Anreiz für Wahlhelfer aus?

Das sogenannte Erfrischungsgeld, das Wahlhelfer für ihren Einsatz erhalten, müsse spürbar erhöht werden, fordert der Städtetag. Das trage dazu bei, mehr Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. 

In Kaiserslautern bekommen Wahlhelfer derzeit 30 Euro und in Mainz 40 Euro. In Koblenz sowie Ludwigshafen werden je nach Tätigkeit 30 bis 40 Euro gezahlt. Deutlich höher ist die Zahlung in Trier – sie liegt zwischen 50 und 80 Euro. In Andernach werde noch über die Höhe beraten - bisher habe man sich an umliegenden Kommunen orientiert. 

Als zusätzlichen Anreiz bekommen Wahlhelfer zum Beispiel in Ludwigshafen einen 25-Euro-Gutschein, den sie in städtischen Einrichtungen wie Schwimmbändern, Bibliotheken, einigen Theatern oder Volkshochschulen einlösen können.

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