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Laidlow krönt sich in Roth mit Sieg und Weltbestzeit

Bei der Challenge Roth wird ein Fünfkampf erwartet. Doch es wird zur One-Man-Show von Sam Laidlow. Der Franzose siegt in Weltbestzeit. Doch auch ein deutscher Debütant beeindruckt.

Von Claas Hennig und Markus Kaiser, dpa

05.07.2026

Durfte sich in Roth erneut feiern lassen: der Franzose Sam Laidlow. Daniel Karmann/dpa

Durfte sich in Roth erneut feiern lassen: der Franzose Sam Laidlow. Daniel Karmann/dpa

© Daniel Karmann/dpa

Als Sam Laidlow in das Stadion im Triathlon-Park von Roth einlief, zog er getragen vom Jubel der Tausenden Zuschauer noch einmal das Tempo an, nahm immer wieder die Hände vors Gesicht und schüttelte ungläubig den Kopf. Mit einer grandiosen Leistung holte sich der Franzose nicht nur den zweiten Sieg nacheinander beim Klassiker in Franken. In 7:21:04 Stunden stellte der 27-Jährige zudem eine Weltbestzeit über die Langstrecke auf.

„Ich war am Kämpfen, aber mein Team, meine Freundin und die Zuschauer haben mich ins Ziel getragen“, sagte Laidlow. Lob kam vom dreimaligen Ironman-Weltmeister Jan Frodeno, der zehn Jahre zuvor in Roth eine Weltbestzeit aufgestellt hatte. „Einfach toll die Leistung von Sam“, sagte der 44-Jährige, der vor zwei Jahren seine Karriere beendet hat.

Favorit Blummenfelt geschlagen und Bestmarke abgenommen

Laidlow verwies den großen Favoriten Kristian Blummenfelt aus Norwegen mit einem Vorsprung von 5:20 Minuten auf den zweiten Platz - und nahm ihm die bisherige Weltbestmarke über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen ab. Der Olympiasieger hatte im April für den Ironman Texas 7:21:24 Stunden benötigt.

In Roth erwies sich der Rückstand von fast 13 Minuten vor dem abschließenden Marathon selbst für den 32 Jahre alten Ausnahmeathleten als zu groß. Von Platz fünf aus lief Blummenfelt noch bis auf Rang zwei vor, doch für ganz vorne reichte es nicht.

Debütant Bogen überrascht

Für die größte Überraschung in dem Weltklasse-Teilnehmerfeld sorgte der Leipziger Rico Bogen. Bei seinem ersten Triathlon über die Langstrecke mischte der Weltmeister von 2023 über die halb so lange 70.3-Strecke dank einer starken Leistung auf dem Rad lange vorn mit und wurde Dritter. In 7:27:53 Stunden stellte er bei Temperaturen von um die 23 Grad zudem ebenfalls eine Bestmarke auf - kein Triathlet war bei einem Langstrecken-Debüt jemals so schnell wie er.

Beim Langstrecken-Debüt gleich Dritter: Rico Bogen. Daniel Karmann/dpa

Beim Langstrecken-Debüt gleich Dritter: Rico Bogen. Daniel Karmann/dpa

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„Ich bin super happy über den dritten Platz bei der ersten Langdistanz“, sagte der 25-Jährige. „Ich habe auf keinen Fall gedacht, dass das mit dem Podium klappt.“ Lange hatte es für ihn sogar nach Platz zwei ausgesehen. Doch bei etwa Kilometer 39 auf der Laufstrecke hatte er gegen den heranstürmenden Blummenfelt keine Chance.

Ex-Weltmeister Lange kündigt Karriereende in Roth 2027 an

Der dreimalige Ironman-Weltmeister Patrick Lange musste von weiter hinten den Kampf an der Spitze ansehen. „Ich hatte keine Chance bei dem, was die abfeuern. Ich bin ja gut gefahren, aber die Zeiten...“, meinte der 39-Jährige aus Darmstadt kopfschüttelnd. Lange kündigte an, dass er im kommenden Jahr in Roth seine Karriere beenden wird. 

So viele Zuschauer wie noch nie

Dass das Rennen einen würdigen Rahmen für einen Abschied von einer großen Karriere bildet, zeigte sich auch bei der diesjährigen Ausgabe. Noch nie waren so viele Zuschauer an der Strecke und im Stadion wie diesmal. Die Schätzungen gingen von etwa 300.000 Menschen aus. „Das wird ein Zuschauerrekord“, sagte Renndirektor Felix Walchshöfer im Bayerischen Rundfunk schon vor dem Zieleinlauf. 

Die Stimmung an der Strecke war für die Triathleten wieder einmal beeindruckend. Roth-Neuling Bogen: „Es war noch krasser als das, was ich gehört hatte.“

Riesige Stimmung an der Triathlonstrecke in Roth.Daniel Karmann/dpa

Riesige Stimmung an der Triathlonstrecke in Roth.Daniel Karmann/dpa

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Auch Frauen-Siegerin Alanis Siffert war begeistert von der Stimmung. „Ihr habt mir heute alle Flügel gegeben“, rief die Schweizerin den Zuschauern im Ziel zu. Die Vorjahresdritte gewann in 8:09:09 Stunden vor der britischen Favoritin Lucy Charles-Barclay, die 7:32 Minuten mehr benötigte. Beste Deutsche war die Leipzigerin Caroline Pohle. Sie erlebte wie Rico Bogen ihr Langstrecken-Debüt und überzeugte als Fünfte mit einem Rückstand von 23:40 Minuten.

Schnellste Frau in Roth: Alanis SiffertDaniel Karmann/dpa

Schnellste Frau in Roth: Alanis SiffertDaniel Karmann/dpa

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