Sprengkörper-Explosion - Warnung vor Gefahr für Unbeteiligte
Am Stuttgarter Platz explodiert ein Sprengkörper. Splitter beschädigen Autos und die Fenster einer Wohnung. Die Gewerkschaft der Polizei sieht wachsende Gefahren für unbeteiligte Menschen.
Eine Explosion am Stuttgarter Platz in Berlin-Charlottenburg sorgte für einen großen Polizeieinsatz. (Symbolfoto) Soeren Stache/dpa
© Soeren Stache/dpa
Nach einer Explosion in Berlin-Charlottenburg sieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wachsende Gefahren für unbeteiligte Menschen. Dass Kriminelle mittlerweile nicht nur auf Menschen schießen würden, sondern bereit seien, „im Konkurrenzkampf um Geschäftsfelder oder wegen persönlicher Fehden auch Sprengkörper mitten in der Innenstadt zu zünden“, bringe die Bevölkerung in massive Gefahr, erklärte die GdP.
Auch durch Geschäfte rund um den Ukrainekrieg gelangten immer mehr Kriegswaffen nach Deutschland und vor allem nach Berlin, hieß es. Das führe zur weiteren Aufrüstung in der organisierten Kriminalität.
In der Nacht explodierte ein Sprengkörper am Stuttgarter Platz. Zeugen hörten einen lauten Knall, hieß es von der Polizei. Nach Medienberichten könnte es sich um eine Handgranate oder Splittergranate gehandelt haben. Morgens wurden Schäden, „augenscheinliche Einschlagspuren“, an zwei Autos gefunden. Außerdem sollen ein weiteres Auto und die Fenster einer Wohnung durch umherfliegende Splitter beschädigt worden sein.
Die sogenannte BAO (Besondere Aufbauorganisation) „Ferrum“ (deutsch: Eisen) des Landeskriminalamtes Berlin ermittelt nun in dem Fall. Die Sondereinheit mit rund 100 Kriminalpolizisten geht seit knapp einem Jahr gegen gewalttätige Gruppen und Schusswaffenkriminalität vor. Bei den anhaltenden Gewalttaten geht es oft um die Erpressungen von türkischstämmigen Ladeninhabern oder Restaurantbesitzern.
Phänomen „Violence as a Service“
Die Polizei sieht in vielen Fällen organisierte Banden aus der Türkei als Täter. „Die Türkeistämmige Organisierte Kriminalität (TOK) bildet bundesweit einen Schwerpunkt der polizeilichen Betrachtung“, erklärten Polizei und Senat kürzlich in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage.
Zum Teil werden solche Gewalttaten von bezahlten Auftragstätern verübt, hieß es. „Die Polizei Berlin bewertet das Phänomen „Violence as a Service“ (Gewalt als Dienstleistung) als eine ernstzunehmende Herausforderung“, erklärten Senat und Polizei weiter. „Das Phänomen, bei dem die Vorbereitung und Durchführung von Gewalthandlungen gegen Bezahlung an Dritte ausgelagert werden, ist Gegenstand von Ermittlungen.“
Manche der oft jungen Täter werden eigens aus der Türkei für einige Tage nach Berlin eingeflogen, schilderte Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel bereits im vergangenen Jahr das Vorgehen.