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So wirkt sich die neue Grundsteuerreform in Thüringen aus

Während die Grundsteuer für Wohngebäude sinkt, steigen die Abgaben für gewerblich genutzte Immobilien. Finanzministerin Katja Wolf verbucht die Reform als Erfolg - und nennt Zahlen.

Von dpa

22.09.2026

Thüringens Finanzministerin Katja Wolf (Thüringen.Gerecht) verbucht die Grundsteuerreform in Thüringen als Erfolg. (Archivbild) Martin Schutt/dpa

Thüringens Finanzministerin Katja Wolf (Thüringen.Gerecht) verbucht die Grundsteuerreform in Thüringen als Erfolg. (Archivbild) Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Kosten für Eigenheime und Mieter runter, für Gewerbeimmobilien rauf: In Thüringen soll eine Reform der Grundsteuerberechnung Nutzer von Wohnimmobilien entlasten. Allein im Bereich der Einfamilienhäuser soll das Steueraufkommen von rund 90.118.740 Euro auf 69.622.723 Euro sinken, wie Landesfinanzministerin Katja Wolf (Thüringen.Gerecht) nach einer Kabinettssitzung vorrechnete. Sie sprach von einer Entlastung in Höhe von rund 20 Millionen Euro in diesem Segment.

Wolf sieht Unwucht korrigiert 

Auslöser für die Reform auf Landesebene war eine großangelegte Grundsteuerreform auf Bundesebene, deren Umsetzung über mehrere Jahre lief. Seit 2025 gelten die neuen Regeln bundesweit. Sie führten jedoch teilweise zu einem deutlichen Anstieg der Grundsteuer. In Thüringen nahm sich die Landesregierung eine Anpassung vor. 

Wolf sprach jetzt von einer „Unwucht“, die korrigiert worden sei. Die Reform gehört zu den zentralen Projekten der Koalition aus CDU, Thüringen.Gerecht und SPD. 

Für den Staat soll die Reform trotzdem weitgehend einkommensneutral sein. Denn während die Grundsteuer für Wohngebäude sinkt, steigt sie für gewerblich genutzte Immobilien, wie die Ministerin erläuterte.

IHK kritisiert Belastung für Unternehmen

Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen forderte Korrekturen und warnte vor einer „erheblichen Mehrbelastung“ für Betriebe. 

Nach Angaben des Finanzministeriums liegt das gesamte Steueraufkommen, das über die Grundsteuer an die Gemeinden und Städte geht, bei rund 250 Millionen Euro im Freistaat. Vor der großen Reform auf Bundesebene lag der Anteil bei Wohngrundstücken im Landesschnitt bei 52,4 Prozent, nach der Reform bei 73,9 Prozent und soll nach den Korrekturen im Land dann im Jahr 2027 bei 56,2 Prozent liegen. Bei Nicht-Wohngebäuden lag der Anteil erst bei 45,2 Prozent, dann bei 23,5 Prozent und soll im kommenden Jahr dann bei 41,2 Prozent liegen. 

„Die Entlastung von Wohngrundstücken darf nicht dadurch erkauft werden, dass betriebliche Immobilien zur Ausgleichsmasse werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südthüringen, Ralf Pieterwas. Thüringer Unternehmen stünden unter Kostendruck. „Wir brauchen Entscheidungen, die Wachstum und Wertschöpfung ermöglichen. Eine weitere Belastung des Standorts ist nicht angezeigt.“

Auch Mieterinnen und Mieter dürften profitieren

Wolf sagte, es sei die Aufgabe der Industrie- und Handelskammern, Lobbyarbeit für ihre Mitgliedsunternehmen zu machen. Zugleich räumte sie ein: „Gewerbe wird wieder etwas stärker belastet werden.“ Da es sich um eine Betriebsausgabe handele, halte sich die Belastung aber in Grenzen, so Wolf. Außerdem habe es zuvor mit dem neuen Bundesmodell auch eine erhebliche Entlastung gegeben. 

Die Bescheide für die neue Grundsteuerbemessung sind Immobilienbesitzern in Thüringen bereits ab Juni zugegangen. Von den Entlastungen bei Wohngebäuden dürften auch Mieterinnen und Mieter profitieren, weil die Grundsteuer in der Regel auf sie umgelegt wird.

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