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Sechsjähriger findet römische Münze beim Buddeln in Kita

Ein Junge gräbt beim Spielen in einer Kita in Bingenheim einen Schatz aus der Römerzeit aus. Was verbirgt sich noch unter dem Gelände im Wetteraukreis?

Von dpa

28.07.2026

Der Sechsjährige zählt den Archäologen zufolge zu den jüngsten Findern in Hessen. ---/Wetteraukreis/dpa

Der Sechsjährige zählt den Archäologen zufolge zu den jüngsten Findern in Hessen. ---/Wetteraukreis/dpa

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Dieser Fund lag wohl deutlich länger im Sandkasten als anderes Spielzeug: Ein sechs Jahre alter Junge hat auf dem Außengelände einer Kindertagesstätte in Echzell-Bingenheim eine römische Münze entdeckt. Laut Hardy Prison, dem zuständige Bezirksarchäologe in Wiesbaden, dürfte er damit zu den jüngsten Findern gehören, die in den Ortsakten des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen geführt werden.

Münze ist rund 1.700 Jahre alt

Nach Angaben der Kreisarchäologie des Wetteraukreises handelt es sich bei der Münze um einen sogenannten Follis aus der Zeit nach 337 nach Christus, geprägt unter Kaiser Constans, einem der Söhne Konstantins des Großen. Das rund 1.700 Jahre alte Fundstück stammt demnach aus einer Zeit, als die römische Herrschaft in der Wetterau schon zu Ende war. 

„Die Germanen kamen, gründeten neue Dörfer und besiedelten das Gebiet dichter. Sie standen mit dem in dieser Zeit linksrheinisch noch bestehenden römischen Reich in Kontakt und handelten offenbar miteinander“, erklärten die Archäologen. Das belegten nicht zuletzt zahlreiche römische Münzfunde in den germanischen Siedlungen der Wetterau.

Gibt es noch mehr?

„Da bisher im direkten Umfeld der Kita in Bingenheim noch keine Fundstelle aus der Spätantike bekannt war, ist die Meldung dieses Neufundes wichtig“, sagte Kreisarchäologe Jörg Lindenthal. Natürlich handele es sich um einen Einzelfund, der auf vielen Wegen auf das Grundstück gelangt sein könne: „Aber vielleicht ist er auch ein erstes Indiz für eine neue spätantike Fundstelle am Rande der Horloff. Vielleicht gibt es hier noch mehr.“ 

Die Nachsuche an der Fundstelle und ihrem Umfeld sei von den Kindern der Kita aufmerksam verfolgt worden. Dabei seien zwar drei weitere historische Münzen gefunden worden. Diese seien allerdings lang nicht so alt wie der erste Fund. „Zum Vorschein kamen nur ein Zehn- und zwei Fünfpfennigstücke aus D-Mark-Zeiten“, hieß es. 

Schülerin fand zufällig keltischen Armring

Die römische Münze, die einen historischen, aber keinen hohen materiellen Wert habe, werde nun also als Einzelfund in der Fundstellenkartei der Abteilung hessenArchäologie des Landesamtes für Denkmalpflege geführt. Sie verbleibe ordnungsgemäß in deren Archiv.

Kürzlich hatte auch der Zufallsfund einer Zwölfjährigen in Hessen Aufsehen erregt: Sie entdeckte an einer Wiese im Büdinger Stadtteil Aulendiebach einen rund 2.700 Jahre alten bronzener Armring der Kelten. Erst Mitte Juni war der Armreif im Museum Keltenwelt am Glauberg präsentiert worden.