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Schuldnerberatung in Sachsen: Nachfrage bleibt hoch

Krankheit, Sucht und Unfall sind Hauptgründe für Überschuldung. Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege verlangt eine bessere Finanzierung. Die Schuldnerberatung schütze Menschen vor sozialem Absturz.

Von dpa

19.08.2026

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege warnt vor einer Kürzung bei der Schuldnerberatung im Freistaat (Symbolbild). Jens Kalaene/dpa

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege warnt vor einer Kürzung bei der Schuldnerberatung im Freistaat (Symbolbild). Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege mahnt mehr Geld für die Schuldnerberatung in Sachsen an. Man brauche eine bedarfsgerechte und kostendeckende Finanzierung, teilte die Liga mit. „Investitionen in Beratung schützen nicht nur Einzelne vor sozialem Absturz, sondern stärken den sozialen Frieden und die wirtschaftliche Stabilität in Sachsen.“ Im Entwurf für den neuen Doppelhaushalt sei der angemeldete Zuwachs an Mitteln nicht berücksichtigt. 

Lange Wartezeiten und weite Wege für Schuldnerberatung

Die Liga verwies auf die hohe Nachfrage und belegte das mit Zahlen von 2024. Damals erhielten mehr als 22.800 Menschen Unterstützung in 68 Schuldnerberatungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege. „Gleichzeitig zeigt sich ein erheblicher ungedeckter Bedarf: Über 8 Prozent der sächsischen Haushalte waren 2023 überschuldet, doch nur etwa 7 Prozent der betroffenen Haushalte konnten das Beratungsangebot tatsächlich nutzen. Lange Wartezeiten, weite Wege und fehlende Kapazitäten erschweren den Zugang erheblich.“

Überschuldung ist nicht nur ein finanzielles Problem

„Überschuldung ist selten ein rein finanzielles Problem. Sie betrifft nahezu alle Lebensbereiche und führt häufig zu sozialer Isolation, familiären Krisen und gesundheitlichen Belastungen“, erklärte Liga-Vorsitzender Dietrich Bauer. Eine starke Schuldnerberatung stabilisiere Menschen, verhindere Folgekosten und schaffe neue Perspektiven.

Schuldnerberatung ermöglicht Betroffenen einen Neuanfang

„Schuldnerberatung ermöglicht Menschen einen Neuanfang. Ohne ausreichende Finanzierung drohen längere Wartezeiten und Versorgungslücken, insbesondere für Menschen in schwierigen Lebenslagen“, hob Johanna Rautenberg, Chefin des Liga-Unterausschusses Schuldnerberatung hervor.

Aktuelle Entwicklungen verschärfen die Lage zusätzlich, hieß es weiter: „Krankheit, Sucht und Unfall sind erstmals die häufigste Ursache privater Überschuldung in Deutschland - noch vor Arbeitslosigkeit. Zugleich zeigt sich der wirtschaftliche Nutzen frühzeitiger Beratung deutlich: Jeder investierte Euro spart laut Studien 1,40 bis 5,30 Euro an sozialen Folgekosten.“

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