Schüsse vor Einfamilienhaus in Rudow
Mitten in der Nacht feuert jemand Schüsse vor einem Haus in Berlin ab. Verletzt wird niemand. Viele Fragen sind noch offen.
Ein Polizeibeamter fotografiert ein Beweismittel auf der Straße. (Archivbild) Sebastian Gollnow/dpa
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Die Serie von Schüssen in Berlin dauert an. In der Nacht wurde die Polizei zu einem Einfamilienhaus in Rudow gerufen, vor dem Unbekannte geschossen haben sollen. Polizisten fanden auf der Straße zwei Patronen und drei Patronenhülsen, wie ein Polizeisprecher sagte. Verletzt wurde bei dem Vorfall im Bezirk Neukölln demnach niemand.
Weder an dem Haus noch an benachbarten Gebäuden wurden laut Polizei Schäden festgestellt. Ein 32 Jahre alter Anwohner hatte die Polizei in der Nacht gerufen, weil er Schüsse vernommen hatte, wie es hieß. Zum möglichen Hintergrund machte die Polizei keine Angaben.
Die Kriminalpolizei ermittelt zu dem Fall, wie der Sprecher sagte. Ob ihn die Sondereinheit des Landeskriminalamtes „Ferrum“ (lateinisch, übersetzt: „Eisen“) übernimmt, ist noch offen. Die Gruppe wurde nach zahlreichen Schießereien am 13. November 2025 eingerichtet. Die Staatsanwaltschaft zog mit der neuen Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) nach. Seit Gründung der Sondereinheit wurden laut Polizei mehr als 280 Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Viele Taten im kriminellen Milieu
Nach der polizeilichen Kriminalstatistik hat der Gebrauch von Schusswaffen in Berlin stark zugenommen. 2025 erfasste die Polizei 68 Prozent mehr Straftaten als 2024, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde. Insgesamt wurden laut Statistik 1.119 Fälle registriert, etwas mehr als die Hälfte waren Drohungen, in 515 Fällen wurde geschossen.
Die Ermittler verorten viele Taten im kriminellen Milieu. Oft handelt es sich laut Polizei um Erpressungen von Geschäftsleuten sowie Revierkämpfe und Auseinandersetzungen in der organisierten Kriminalität.