Rostocker Überseehafen bleibt auf Wachstumskurs
Trotz konjunkturelle Flaute meldet der Überseehafen Rostock gute Zahlen für das vergangene Jahr. Zweistellig war der Zuwachs bei Schuttgütern wie Baustoffen, Düngemitteln, Kohle und Futtermitteln.
Gute Zahlen für den Rostocker Überseehafen konnten die Geschäftsführung von Rostock Port vermelden. Philip Dulian/dpa
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Der Rostocker Überseehafen hat im dritten Jahr in Folge ein Umschlagsergebnis von über 30 Millionen Tonnen verzeichnet. Es sei erneut ein Allzeithoch erreicht worden, sagte Gernot Tesch, Geschäftsführer des Hafenbetreibers Rostock Port. Allerdings dämpfte er Erwartungen. Hafenwirtschaft sei ein volatiles Geschäft und Wachstum kein Automatismus.
Konkret wurden im vergangenen Jahr 31,3 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen und damit vier Prozent mehr als 2024. Damit werde die Leistungsfähigkeit der im größten Universalhafen an der deutschen Ostseeküste tätigen Unternehmen und Behörden bestätigt.
Für den Gesamtstandort Rostock kommen 1,8 Millionen Tonnen Güter hinzu, die laut Hafen- und Seemannsamt im Vorjahr in den anderen Rostocker Häfen wie dem Fracht- und Fischereihafen sowie Chemiehafen über die Kaikanten gingen, womit der Gesamtumschlag bei 33,1 Millionen Tonnen liegt.
Es wurden rund 7,9 Millionen Tonnen Flüssiggüter umgeschlagen, wovon fast sechs Millionen Tonnen auf Rohöl entfielen, die von Tankern über den Rostocker Ölhafen in die Pipeline nach Schwedt für die PCK-Raffinerie gepumpt werden. Jährlich verzeichnet der Ölhafen rund 75 Anläufe von Öltankern. „Wir könnten mehr machen“, sagte Tesch. Vonseiten des Hafens wäre das möglich, allerdings gebe es die Pipeline-Kapazität derzeit nicht her.
Getreide mit stärkstem Schüttgut-Anteil
Über die Hälfte des Umschlags im Überseehafen entfiel mit 16,8 Millionen Tonnen auf sogenannte rollende Ladung per Fähre oder RoRo-Frachtschiff, bei denen die Ladung selbstständig an beziehungsweise von Bord rollt. Das war ein Anstieg um 2 Prozent im Vorjahresvergleich.
Starke 16 Prozent Zuwachs verzeichnete das Segment Schüttgüter, in dem rund 5,9 Millionen Tonnen umgeschlagen wurden. Trotz Rückgängen blieb Getreide mit einem Jahresergebnis von 2,4 Millionen Tonnen die dominierende Schüttgutart im Überseehafen. Für dieses Jahr rechnet Rostock Port aufgrund der besseren Ernte 2025 mit einem erneuten Anstieg. Exorbitant gestiegen sei der Umschlag mit Kohle, die zur Kraftwerksversorgung gebraucht werde.
Die Zahl der auf den Fährverbindungen von und nach Nordeuropa beförderten Lkw- und Trailer-Einheiten stieg um 11.000 auf 528.000. Insgesamt steuerten 7.580 Fähr-, Tank-, Fracht- und Kreuzfahrtschiffe den Überseehafen an (2024: 7.577). Davon entfiel mit 5.850 Anläufen der ganz überwiegende Teil auf Fähr- und RoRo-Schiffe.
Kreuzfahrtsaison beginnt am 29. März
Im vergangenen Jahr seien mit 3,2 Millionen Passagieren auf den Fähren und Kreuzfahrtschiffen im Überseehafen und Warnemünde rund 100.000 Reisende mehr begrüßt worden als 2024, sagte Jens Scharner, Geschäftsführer von Rostock Port. Mit 2,6 Millionen Passagieren auf den drei Fährverbindungen von Scandlines, Stena Line und TT-Line nach Dänemark und Schweden gab es den Angaben zufolge ein Plus von 30.000 Fährreisenden.
Das Kreuzfahrtschiff „AIDAdiva“ wird in Warnemünde die Kreuzfahrtsaison 2026 eröffnen.Jens Büttner/dpa
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Gut entwickelte sich das Kreuzfahrtgeschäft: In Warnemünde gingen 592.000 Passagiere (2024: 532.000) bei 165 Schiffsanläufen (2024: 148) von 35 Kreuzfahrtschiffen (2024: 37) an und von Bord. Dabei legten an 126 von 365 Tagen des Jahres 2025 Kreuzfahrtschiffe von 23 nationalen und internationalen Reedereien im Warnemünder Hafen an. Die Kreuzfahrtsaison 2026 wird in dem Ostseebad am 29. März von der „AIDAdiva“ eröffnet.
Trailer werden im Rostocker Überseehafen verladen und verschifft. (Archivbild)Bernd Wüstneck/dpa
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