Puppenkopf verschluckt – Zoo trauert um letzte Mähnenrobbe
Hugo, die letzte Mähnenrobbe im Zoo von Liberec in Tschechien, ist tot. Was die Obduktion ergeben hat und wie der Zoo nun auf den Tod reagiert.
Im Zoo Liberec gab es lange Mähnenrobben. Nun starb die letzte. (Archivbild)Radek Petrá?ek/CTK/dpa
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In einem tschechischen Zoo ist eine Mähnenrobbe gestorben, nachdem sie den Kopf einer Spielzeugpuppe verschluckt hatte. Das habe die Obduktion des Meeressäugers ergeben, teilte der Zoo in Liberec mit. Der Fremdkörper sei am Übergang vom Magen zum Dünndarm entdeckt worden. Tierpfleger hatten das 17 Jahre alte Männchen Hugo bereits am Samstagmorgen leblos in seinem Gehege aufgefunden.
Hugo war die letzte verbliebene Mähnenrobbe im Zoo der nordböhmischen Stadt. Tiere dieser Art wurden dort seit 1975 gehalten. Mähnenrobben, auch Patagonischer Seelöwe oder Südamerikanischer Seelöwe genannt, stammen aus Südamerika, wo sie sowohl am Pazifik als auch am Atlantik leben. Liberec liegt rund 90 Kilometer nordöstlich von Prag und knapp 100 Kilometer östlich von Dresden.
Wie der Zoo weiter mitteilte, war der beschädigte Körper der Spielzeugpuppe bereits zwei Tage zuvor aus dem Robbenbecken gefischt worden. Nichts habe indes darauf hingedeutet, dass Hugo Teile des Gegenstands verschluckt habe. So habe er normal gefressen. Zudem sei eine Narkose zur Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung bei älteren Tieren immer mit einem hohen Risiko verbunden.
Nicht das erste Mal
Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art: Im Jahr 2009 verschluckte das Robbenmännchen Nico einen großen Stein, den ein Zoobesucher ins Becken geworfen hatte. Das Tier überlebte eine Notoperation nicht. Vor rund zwanzig Jahren wurden bei einer Obduktion im Magen des Männchens Felix 7,5 Kilo an Fremdkörpern gefunden, wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK berichtete.
Trotz des unerwarteten Todesfalls will der Zoo die seit dem Frühjahr laufende Sanierung des Robbengeheges fortsetzen. Geprüft werden soll nun, ob neben der Installation zusätzlicher Überwachungskameras weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Wann neue Tiere einziehen können, ist noch unklar. In jedem Fall dürfte es sich nicht mehr um Mähnenrobben, sondern um Kalifornische Seelöwen handeln, die häufiger in Zoos gehalten werden.