Ohne Umweg vom Gießener Südkreuz nach Frankfurt - so geht es
Pendler am Gießener Südkreuz können bald wieder ohne Umweg Richtung Frankfurt fahren. Wie die Verkehrsführung nach der Freigabe ab voraussichtlich Anfang Juni läuft.
Schon bald sollen Autofahrer am Gießener Südkreuz wieder ohne Umweg auf die A45 in Richtung fahren können. (Symbolbild)Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
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Nach jahrelanger Sperrung wegen eines Brückenschadens können Pendler, die am Gießener Südkreuz in Richtung Frankfurt fahren wollen, aufatmen: Der Bau von drei provisorischen Rampen werde in Kürze abgeschlossen, damit kommen Autofahrer künftig wieder ohne Umwege von der Autobahn 485 aus Gießen kommend auf die A45, wie die Autobahn AG mitteilte.
Ein wenig Geduld brauchen Autofahrer noch
Nach dem Bau der Rampen und der Fahrbahn-Asphaltierung würden derzeit die Schutzplanken montiert. Danach fehlen noch Fahrbahnmarkierung und Beschilderung. Weil die Markierungsarbeiten wetterabhängig seien, könne ein genauer Termin noch nicht genannt werden - man gehe aber davon aus, dass die Freigabe Anfang Juni erfolgen kann.
Wie sieht die Verkehrsführung dann aus?
Nach der Fertigstellung haben Autofahrer je nach ihrem Fahrtziel diese Möglichkeiten:
- Wer von der A485 aus Gießen Richtung Butzbach fahren möchte, fährt rechts auf eine der neu angelegten Rampen und wird ein Stück weiter wieder auf die A485 zurückgeleitet, die nach dem Autobahnende nach Butzbach führt.
- Dank dieser Lösung wurde Platz geschaffen für die Autofahrer, die weiter Richtung Frankfurt wollen. Sie bleiben zunächst auf der A485 und fahren eine neu eingerichtete 180-Grad-Kehre. Anschließend können sie über eine weitere Rampe auf die A45 in Richtung Frankfurt wechseln – oder aber, falls gewünscht, zurück nach Gießen fahren.
„Kreative Zwischenlösung“
Die derzeit wegen Bauwerksschäden gesperrte Verkehrsverbindung zählt zu den wichtigsten Pendlerachsen der Region. „Da die Sperrung erst nach dem Bau einer Behelfsbrücke aufgehoben werden kann, haben wir eine kreative Zwischenlösung geschaffen“, erklärt Marco Gräb, Leiter der Außenstelle Dillenburg bei der Autobahn Westfalen.
Wie es am Gießener Südkreuz weitergeht
Die Rampen sollen auch nach dem Bau einer Behelfsbrücke bestehen bleiben, da sie beim später geplanten Umbau des Gießener Südkreuzes noch benötigt würden, sagte eine Sprecherin der Autobahn GmbH. Bis mit dem Bau der Behelfsbrücke begonnen werden kann, werde es noch dauern, man sei noch in der Planungsphase.
Die eigentliche Brücke solle dann im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der A45 errichtet werden - dann werde das Südkreuz komplett umgebaut, so die Sprecherin. Wann dies so weit sein wird, lasse sich aber noch nicht absehen - das im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Vorhaben müsse zunächst einmal durch die Planfeststellung.
Brückenschäden führten zu langer Sperrung
Bei einer routinemäßigen Überprüfung der Autobahnbrücke am Gießener Südkreuz waren im Juni 2023 drei gerissene Spannglieder entdeckt worden. Daraufhin wurde die Auffahrt auf die A45 in Richtung Frankfurt und kurz darauf auch die Verbindung von der A45 – aus Richtung Norden kommend – auf die A485 nach Gießen gesperrt worden.