Leipzig verliert Spitzenplatz im Flughafencheck
Tokio-Haneda als mahnendes Beispiel: Wie beleuchtete Stopbars schwerste Unfälle verhindern – und warum Leipzig/Halle in einem Sicherheitscheck auf den zweiten Platz abgerutscht ist.
Der Flughafen Leipzig/Halle ist einem Sicherheitscheck auf Platz 2 abgerutscht. (Archivbild)Jan Woitas/dpa
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Der Airport Leipzig/Halle hat in einem Flughafencheck der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) seine Spitzenposition eingebüßt, zählt aber immer noch zu den sichersten Flughäfen in Deutschland. Leipzig/Halle rutschte in dem Ranking auf den zweiten Platz hinter München. Entscheidend für den bayerischen Airport auf Platz eins sei der nunmehr dauerhafte Betrieb von Lichtanlagen an Zufahrten der Start- und Landebahnen, teilte die Gewerkschaft mit.
Ganztägig beleuchtete Stopp-Leisten im Boden sind in den Augen der Piloten ein wichtiges Mittel, um Zusammenstöße zwischen den Flugzeugen und anderen Fahrzeugen zu vermeiden. Die Stopbars bildeten die „letzte Sicherheitsbarriere vor einer aktiven Start- oder Landebahn“. Leipzig/Halle setzt die Stoppbars auf mehreren Rollwegen dauerhaft ein, aus Sicht der VC besteht jedoch noch Potenzial für eine flächendeckende Umsetzung.
Es ist noch Luft nach oben
„Leider verzichten viele Flughäfen aus Kostengründen weiterhin auf den durchgehenden Betrieb“, sagt der Leiter der VC-Arbeitsgruppe zur Flughafensicherheit, Sven Graßmück. Dass es auch anders gehe, zeigten die Flughäfen Zürich und Genf, wo Stopbars bereits an allen Aufrollwegen rund um die Uhr genutzt würden.
Mahnendes Beispiel für schwere Unfälle ist der katastrophale Zusammenstoß zweier Flugzeuge zum Jahresbeginn 2024 in Tokio-Haneda. Dort waren die vorhandenen Stopp-Leisten zum Unfallzeitpunkt defekt. Fünf Menschen starben an Bord einer Maschine der Küstenwache, während Besatzung und Passagiere eines Airbus-Jets der Japan Airlines dem Flammeninferno lebend entkommen konnten.
Alle Flughäfen sicher genug
Grundsätzlich sind nach Einschätzung der VC sämtliche deutschen Flughäfen sicher genug für den Passagierflugbetrieb. Die Einhaltung und Kontrolle der internationalen Vorschriften sei Sache der Aufsichtsbehörden. Beim Streben nach größtmöglicher Sicherheit gebe es aber fast immer Verbesserungsbedarf, sagt die Vereinigung.
Am Ende der Sicherheitstabelle löste Rostock-Laage den Flughafen Lübeck ab. Den Piloten missfiel, dass sie in Rostock nicht zu Sicherheitsbesprechungen eingeladen werden. Lübeck hatte diesen Wunsch umgesetzt.
Die Arbeitsgruppe der Vereinigung Cockpit unterzieht die deutschen Verkehrsflughäfen seit 1978 einem jährlichen Sicherheitscheck. Später sind auch Regionalflughäfen aufgenommen worden. Seit 2024 sind zudem Kollegen aus der Schweiz beteiligt.
Die Vereinigung Cockpit lobt den Flughafen München für seine Sicherheitstechnik. Peter Kneffel/dpa
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