„Lautes Stadion“: Stuttgart im Stresstest bei Galatasaray
Der VfB Stuttgart reist mit neuem Schwung nach Istanbul. In der Champions League wartet Galatasaray auf die Schwaben – und ein Hexenkessel, in dem es zuletzt wieder hitzig zuging.
Bereit für Galatasaray? Ermedin Demirovic (l) und Bilal El Khannouss wollen mit dem VfB auch in Istanbul bestehen.Marius Becker/dpa
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Sportvorstand Fabian Wohlgemuth erwartet ein „hochemotionales Spiel“ und ein „lautes Stadion“, Stürmer Ermedin Demirovic eine „besondere Atmosphäre“ in Istanbul. Und auch Trainer Sebastian Hoeneß geht davon aus, „dass es sehr, sehr intensiv wird, hitzig wird“, wenn der VfB Stuttgart am Dienstag (18.45 Uhr/DAZN) in der Champions League bei Galatasaray antritt. Dort treffen die Schwaben nicht nur auf Leroy Sané und Ilkay Gündogan, sondern vor allem auf enthusiastische Fußballfans.
„Das wird schon was Besonderes. Ich glaube, Galatasaray ist allgemein was Besonderes, ein besonderer Verein“, sagte Demirovic vor dem Stresstest. Besondere Trainingsmethoden vor dem Auftritt in dem 54.000 Zuschauer fassenden Stadion, wo die VfB-Spieler eine Lautstärke von bis zu 130 Dezibel erwarten könnte, habe er aber nicht ergriffen, sagte Hoeneß auf der Pressekonferenz vor dem Spiel: „Wir haben keine Musikbox aufgestellt.“
Mittelstädt erwartet „sehr, sehr viele Pfiffe“
Selbst mit Heavy Metal könne man so eine Atmosphäre nicht simulieren, antwortete Verteidiger Maximilian Mittelstädt auf eine entsprechende Frage. Im Vergleich zum sonstigen europäischen Fußball sei klar, „dass du sehr, sehr viele Pfiffe gegen dich einstecken wirst“.
Der Blick in die Historie dürfte Hoeneß Mut machen. Gegen deutsche Teams wartet der türkische Rekordmeister seit neun Europapokalspielen auf einen Heimsieg. Den bislang letzten gab’s am 4. November 1992 in der 2. Runde des damaligen UEFA-Cups gegen Eintracht Frankfurt (1:0).
Aufgeladene Stimmung beim Derby vor einer Woche
Wie heiß es im Hexenkessel des Ali Sami Yen Spor Kompleksi zugehen kann, zeigten die wilden Szenen vor einer Woche beim Stadtderby zwischen Galatasaray und Fenerbahce. Nach dem 2:1 für die Gastgeber gingen Spieler beider Teams auf dem Rasen aufeinander los. Polizei und Sicherheitskräfte mussten eingreifen.
Wie heiß wird es? Die Galatasaray-Fans gelten als enthusiastisch. (Archivbild)Emrah Gurel/AP/dpa
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Die Rudelbildung habe er natürlich mitbekommen, sagte Mittelstädt. „Da sieht man, wie viel Leidenschaft, wie viel Mentalität einfach in dem türkischen Fußball steckt“, ergänzte er und verwies auf die Stuttgarter Erfahrungen bei der 0:1-Niederlage im Vorjahr in der Europa League bei Fenerbahce: „Da war es ja auch nicht ganz ohne.“
Wohlgemuth hofft, dass die Schwaben den Schwung aus dem 4:2-Sieg in der Bundesliga in Leverkusen mit in den vierten Champions-League-Spieltag nehmen können. „Das Gefühl ist zumindest anders dann in Istanbul. Weil natürlich ist es ganz normal, dass du dann an einem Dienstagabend in Istanbul mit einem verlorenen Spiel gegen Leverkusen anders auftrittst als mit einem gewonnenen.“
Nach dem zuvor holprigen Pokal-Auftritt beim SC Paderborn (1:0) hatte der VfB gegen die Leverkusener Kunst mit Kampf vereint und die Abwärtsspirale in der Bundesliga durch den dritten Saisonsieg erst einmal gestoppt.
In der Champions League sah Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß bisher gute Leistungen seiner Elf.Marius Becker/dpa
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Wohlgemuth: Rechnen uns etwas aus in Istanbul
Auch mit den bisherigen Königsklassen-Auftritten gegen Viking Stavanger (3:1), bei Slovan Bratislava (3:0) und gegen Atlético Madrid (1:1) sind die Stuttgarter sehr zufrieden. „Bis jetzt haben wir gezeigt in der Champions League, auch gegen Atlético Madrid, dass wir auf dem hohen europäischen Niveau mithalten können, dass wir Paroli bieten können, und deshalb rechnen wir uns auch was aus in Istanbul“, sagte Wohlgemuth.
Derzeit kein Stammspieler: Galatasaray-Profi Leroy Sané (l). (Archivbild)Emrah Gurel/AP/dpa
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Fast gar keine Rolle mehr bei „Cimbom“ spielen der ehemalige DFB-Kapitän Gündogan, der erst auf fünf Kurzeinsätze kommt, und der noch torlose Sané, der lediglich beim 0:4 gegen Trabzonspor über 90 Minuten spielen durfte.
Auf der Pressekonferenz vor der Partie fand Trainer Okan Buruk vor rund 50 türkischen Medienvertretern und zwölf Kamerateams zwar nur lobende Worte für die beiden früheren Bundesliga-Stars, die „menschlich und sportlich top“ seien und „sehr, sehr hart arbeiten“ würden. Allerdings dürften sie auch gegen den VfB höchstens als Joker eine Rolle spielen.