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Kinder missbraucht, Taten gefilmt: Angeklagter vor Gericht

Er soll unter anderem Mädchen missbraucht und seine Taten gefilmt haben. Die Vorwürfe reichen bis nach Asien. Ein Hinweis kam aus den USA. Nun steht der 72-Jährige vor dem Landgericht Schwerin.

Von dpa

06.10.2026

Dem Mann wird unter anderem vorgeworfen, auf Reisen nach Asien mehrfach Mädchen sexuell missbraucht zu haben.Jens Büttner/dpa

Dem Mann wird unter anderem vorgeworfen, auf Reisen nach Asien mehrfach Mädchen sexuell missbraucht zu haben.Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

Weil er unter anderem mehrfach Mädchen missbraucht und seine Taten gefilmt und fotografiert haben soll, hat am Landgericht Schwerin der Prozess gegen einen Mann begonnen. Neben dem Vorwurf des besonders schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit dem Besitz kinderpornografischer Inhalte wird ihm auch vorgeworfen, sich weitere Inhalte über das Internet beschafft zu haben.

Vor Gericht wollte sich der 72-Jährige aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim zunächst nicht äußern, wie sein Verteidiger zu Beginn der Verhandlung erklärte. Auf seinen Vorschlag hin und mit dem Einverständnis der Staatsanwaltschaft unterbrach der Vorsitzende Richter Armin Lessel die Sitzung daraufhin für ein Rechtsgespräch beider Seiten hinter verschlossenen Türen.

Er reise über Jahre nach Asien

Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann zwischen 2008 und 2012 jährlich nach Asien gereist und dort Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren missbraucht haben. Seine Taten soll er mit einer Digitalkamera dokumentiert haben. Zudem soll der Senior zwischen 2022 und 2025 kinder- und jugendpornografische Inhalte aus dem Internet heruntergeladen oder dies versucht haben. Tausende entsprechende Dateien habe er auf verschiedenen Datenträgern gespeichert.

Hinweis kam aus den USA

Die Ermittlungsbehörden waren 2025 auf den nun Angeklagten aufmerksam geworden, wie ein Sprecher des Landgerichts im Vorfeld erklärte. Grund sei ein Hinweis einer US-Organisation im Zusammenhang mit der im Internet verwendeten IP-Adresse gewesen. Bei einer Hausdurchsuchung habe die Polizei laut Anklage Laptops und externe Festplatten sichergestellt.

Seit März 2026 befindet sich der 72-Jährige, der im Rollstuhl sitzt, in Untersuchungshaft. Anfang Juni 2026 wurde demnach Anklage gegen ihn erhoben. Das Landgericht hat zunächst drei Fortsetzungstermine angesetzt. Ein Urteil könnte es bereits in den kommenden Tagen geben.

Der Angeklagte wird im Rollstuhl zum Gerichtssaal geschoben.Jens Büttner/dpa

Der Angeklagte wird im Rollstuhl zum Gerichtssaal geschoben.Jens Büttner/dpa

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