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Hubschrauber-Absturz bei Sehmatal - Pilot streifte Hindernis

Mitte August stürzt im Erzgebirge ein Hubschrauber bei Kalkarbeiten ab. Der Pilot kommt ums Leben. Jetzt gibt ein Zwischenbericht Auskunft, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

Von dpa

20.10.2026

Der Pilot soll vor dem Absturz ein Hindernis gestreift haben. (Archivbild)Stephan Fricke/News5/dpa

Der Pilot soll vor dem Absturz ein Hindernis gestreift haben. (Archivbild)Stephan Fricke/News5/dpa

© Stephan Fricke/News5/dpa

Zwei Monate nach dem tödlichen Hubschrauber-Absturz bei Kalkarbeiten im Erzgebirge liegt ein Zwischenbericht zu dem Unglück vor. Demnach streifte der Pilot des Hubschraubers im Anflug ein Hindernis - vermutlich einen Baum. Der 29-Jährige habe eine Landung versucht. Dabei schlugen die Rotorblätter gegen weitere Bäume des Fichtenwaldes und der Hubschrauber stürzte ab. Der Pilot starb noch am Unfallort bei Sehmatal.

Über den Zwischenbericht hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

Zeugen hörten Piloten fluchen

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig listet in ihrem Zwischenbericht mehrere Aussagen von Arbeitern auf, die am Boden beim Beladen mit Kalk helfen sollten. Demnach beobachtete keiner der drei Männer den Absturz direkt. Jedoch hörten sie den Piloten über Funk fluchen: „Ich habe einen Baum berührt, die Lampe brennt, ich geh runter.“ Der Funkverkehr sei nicht aufgezeichnet worden.

Rotorblätter durchschlugen Baumstämme

Die Rotorblätter des Hubschraubers durchschlugen laut Bericht mehrere Baumstämme in etwa 16 Metern Höhe. Das Fluggerät sei zu Boden gestürzt und in Brand geraten. Die Helfer seien zum Absturzort geeilt und hätten den schwer verletzten Piloten aus dem brennenden Hubschrauber gezogen. Der 29-Jährige erlitt schwere Kopfverletzungen und starb.

Hubschrauber sollte Kalk verteilen

Das Unglück ereignete sich am Vormittag des 14. August bei wolkenlosem Himmel und guter Sicht. Der Hubschrauber sollte in einem angehängten Behälter Kalk am Boden aufnehmen und im Flug über dem Waldgebiet verteilen. Mit dieser sogenannten Bodenschutzkalkung versucht der Staatsbetrieb Sachsenforst schon seit vier Jahrzehnten, versauerte Waldböden wieder zu neutralisieren.

Pilot hatte seit 2020 eine Lizenz für Hubschrauber

Mit den Kalkarbeiten werden spezialisierte Hubschrauber-Firmen beauftragt. Laut dem Behördenbericht brach der Pilot am Unglückstag gegen 3.00 Uhr morgens im hessischen Dreieich auf, um nach Sachsen zu fahren. Der Mann sei seit 2020 im Besitz einer Berufspilotenlizenz für Hubschrauber gewesen. Er habe über eine Gesamtflugerfahrung von etwa 2.800 Stunden verfügt. 

In diesem Jahr wurden Bodenschutzkalkungen in den Forstbezirken Adorf, Plauen, Eibenstock, Neudorf, Marienberg, Bärenfels sowie in der Sächsischen Schweiz vorgenommen. Dabei sollten laut Staatsbetrieb Sachsenforst rund 21.000 Tonnen Magnesiumkalk auf 6.900 Hektar Wald verteilt werden.

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