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Grüne wollen Freiwilligendienste stärken

Tausende junge Menschen möchten sich engagieren, doch noch immer fehlen Plätze bei den Freiwilligendiensten. Nach Ansicht der Grünen darf das Engagement nicht am Geldbeutel scheitern.

Von dpa

01.02.2026

Die Grünen im Sächsischen Landtag wollen die Bedingungen für Freiwilligendienste im Freistaat verbessern. (Symbolbild)Sebastian Kahnert/dpa

Die Grünen im Sächsischen Landtag wollen die Bedingungen für Freiwilligendienste im Freistaat verbessern. (Symbolbild)Sebastian Kahnert/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa

Die Grünen im Sächsischen Landtag möchten die Bedingungen für Freiwilligendienste verbessern. „Die Nachfrage nach Freiwilligendiensten in Sachsen ist ungebrochen hoch. Tausende Bewerbungen für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) zeigen, dass viele jungen Menschen Verantwortung übernehmen und sich aktiv für unsere Gesellschaft engagieren wollen“, erklärte die Abgeordnete Christin Melcher. Noch zu oft laufe das Engagement im Freistaat aber ins Leere. 

Zu wenig Plätze in Sachsen verfügbar und finanziert

Dem hohen Interesse stünden zu wenig verfügbare und finanzierte Plätze gegenüber, betonte die Abgeordnete. Besonders im FSJ klaffe eine deutliche Lücke zwischen Bewerbungen und tatsächlich besetzten Stellen. „Jedes Jahr bleiben tausende Engagementwünsche unerfüllt, obwohl der Bedarf in Kitas, Pflegeeinrichtungen, im sozialen Bereich oder in Kultur- oder Umweltprojekten groß ist. Die Staatsregierung muss hier reagieren: Wer Engagement will, muss es auch ermöglichen.“

Freiwilligendienst wichtig für Übergang in Ausbildung und Studium

Nach den Worten von Melcher übernehmen Freiwillige in den Diensten Woche für Woche in ganz Sachsen Verantwortung in ganz Sachsen. „Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, unterstützen Einrichtungen und bringen neue Perspektiven ein. Für viele jungen Menschen ist der Freiwilligendienst außerdem ein wichtiger Lern- und Orientierungsraum im Übergang von Schule in Ausbildung oder Studium.“

Grünen bringen Antrag zur Verbesserung der Lage ein

Die Grünen-Fraktion hat deshalb einen Antrag vorgelegt, mit dem die Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste in Sachsen spürbar verbessert werden sollen. Die Fraktion fordert unter anderem, das Taschengeld so auszugestalten, dass sich alle jungen Menschen den Dienst auch leisten können. Er dürfe keine Frage des Geldbeutels sein. Sie benötigten für ihre Arbeit ein ermäßigtes Deutschlandticket.

Förderung soll mit Kostenentwicklung Schritt halten.

„Freiwilligendienste müssen bildungspolitisch stärker anerkannt werden: Die im Freiwilligendienst erworbenen Kompetenzen sollen etwa beim Erwerb der Fachhochschulreife oder in sozialen Ausbildungsberufen helfen“, lautet eine weitere Forderung. Zudem müsse die Förderung mit der Kostenentwicklung Schritt halten. Förderpauschalen gelte es regelmäßig anzupassen, damit Träger und Einsatzstellen ausreichend Plätze für Freiwillige anbieten können. Ende April wollen die Grünen ihren Antrag auf einer öffentlichen Anhörung beraten.

Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums wurden mit Stand Dezember 2025 für das FSJ 4.126 Plätze und für das FÖJ 541 gemeldet, für den Freiwilligendienst aller Generationen (FdaG) 348. Genaue Daten zu besetzten Stellen lagen nur für Dezember 2024 vor. Zu diesem Zeitpunkt waren im FSJ 2.361 Plätze besetzt, im FÖJ 375 und im FdaG 274. Für das Freiwillige Soziale Jahr 2024/2025 seien 6.555 Bewerbungen gemeldet worden, für das Freiwillige Ökologische Jahr 1.325. Beim FdaG wird laufend nach Angebot und Nachfrage besetzt, hieß es.

Den Zahlen des Ministeriums zufolge wurden für das FSJ 2025/2026 insgesamt rund 5,1 Millionen Euro für 2.000 Plätze beantragt und 3,7 Millionen Euro für rund 1.500 Plätze bewilligt. Beim FÖJ waren es gut 2,2 Millionen für 372 Plätze mit einer Bewilligung von 2,1 Millionen und 356 Plätzen. Beim FdaG wurden alle beantragten Mittel und Plätze bewilligt: 491.400 Euro für gut 200.

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