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Galatasaray bestraft Stuttgarter Patzer im Stimmungstempel

Zur heißen Atmosphäre trägt der VfB Stuttgart in Istanbul mit eigenen Fehlern selbst bei. Am Ende steht nach vielen vergebenen Chancen die erste Niederlage in dieser Champions-League-Saison.

Von David Joram, dpa

03.11.2026

Heiß ging’s her - und das nicht nur zwischen Galatasaray-Profi Baris Yilmaz (l) und VfB-Kapitän Deniz Undav.Mustafa Alkac/dpa

Heiß ging’s her - und das nicht nur zwischen Galatasaray-Profi Baris Yilmaz (l) und VfB-Kapitän Deniz Undav.Mustafa Alkac/dpa

© Mustafa Alkac/dpa

Im emotional extrem aufgeladenen Stimmungstempel von Galatasaray Istanbul hat der VfB Stuttgart seine erste Niederlage in dieser Champions-League-Saison kassiert. Gegen die giftigen Gastgeber unterlag der fehleranfällige Fußball-Bundesligist in der hitzigen Atmosphäre des Ali Sami Yen Spor Kompleksi mit 0:2 (0:2). Aleksei Batrakov (12. und 15. Minute) erzielte vor rund 50.000 Besuchern beide Tore für den türkischen Serienmeister.

Die Atmosphäre sei „überragend“ gewesen, sagte Stuttgarts Ermedin Demirovic bei DAZN. „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Dennoch habe man „dagegengehalten“, so der Stürmer. Man wolle sich nun nicht vom bis dahin guten Weg in der Königsklasse abbringen lassen, meinte Chris Führich.

Nur kurz vor dem Anpfiff wurde es einmal fast ganz still im Stadion. Nach dem Tod des spanischen Zweitliga-Profis Jesús de Miguel von CD Teneriffa legten beide Mannschaften eine Schweigeminute ein. 15 Minuten später hatten die Fans der Löwen dann schon zweimal gebrüllt, zweimal hieß der Torschütze Batrakov. Die Zuschauer im Stadion sangen und tanzten, selbst auf der Pressetribüne rissen einige Reporter die Arme nach oben.

Engagiert an der Seitenlinie: VfB-Trainer Sebastian Hoeneß (l).Khalil Hamra/AP/dpa

Engagiert an der Seitenlinie: VfB-Trainer Sebastian Hoeneß (l).Khalil Hamra/AP/dpa

© Khalil Hamra/AP/dpa

Chabot patzt im 100. Pflichtspiel

Am Istanbuler Freudentaumel war der VfB, der weiter bei sieben Punkten steht, maßgeblich beteiligt. Beim 1:0 landete ein mieser Klärungsversuch von Jeff Chabot, der sein 100. Pflichtspiel für die Schwaben absolvierte, genau bei Batrakov. Torwart Fabian Bredlow, der wieder für Dennis Seimen ran durfte, konnte den ins obere Eck geschossenen Ball nicht mehr abwehren.

Beim 2:0 ließ sich die Stuttgarter Defensive von einem langen Pass von Davinson Sánchez überrumpeln. Batrakov stand plötzlich frei vor Bredlow und schoss dem VfB-Torhüter von halbrechts kommend den Ball durch die Beine. Viel schlechter hätten die Stuttgarter, bei denen Atakan Karazor nach einem Tritt auf den Knöchel von Victor Osimhen früh Gelb sah, kaum starten können.

Bitter für den VfB war vor allem, dass Jamie Leweling beim Stand von 0:0 die große Chance zur eigenen Führung liegen ließ. Nach einer Hereingabe des insgesamt sehr aktiven Führich traf der Flügelspieler den linken Pfosten, von dort sprang der Ball an den rechten, aber eben nicht über die Linie. Führich zielte kurz vor der Pause knapp vorbei, mehr Möglichkeiten gab es in der ersten Halbzeit nicht gegen die Heim-Defensive um die früheren Bundesliga-Spieler Ismail Jakobs (1. FC Köln) und Roland Sallai (SC Freiburg).

Bester Stuttgarter in Istanbul: Chris Führich (r).Mustafa Alkac/dpa

Bester Stuttgarter in Istanbul: Chris Führich (r).Mustafa Alkac/dpa

© Mustafa Alkac/dpa

Pfiffe gegen Gesänge der VfB-Fans

„Du musst eine besondere Leistung bringen hier in Istanbul“, hatte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß vor dem Spiel betont. „Das musst du einerseits körperlich machen, mental, aber natürlich auch taktisch.“ Gegen die emotionale Wucht von den Rängen kamen die Schwaben aber kaum an. Selbst die Gesänge der in der oberen Ecke des Stadions untergebrachten VfB-Fans bedachte der Galatasaray-Anhang mit gellenden Pfiffen, Stuttgarter Ballstafetten sowieso.

„Natürlich wissen wir, dass viele Störfaktoren auch hinzukommen werden auf dem Platz, neben dem Platz, von außen“, hatte Stuttgarts Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt vor der Partie gesagt. Spätestens die Rudelbildung infolge eines hitzig geführten Zweikampfs zwischen Baris Yilmaz und Führich, der nach einem Schubser im Seitenaus landete, lieferte den Beweis. Etliche Spieler und Betreuer mischten mit. Am Ende sahen Yilmaz und Undav Gelb.

Undav und Führich vergeben gute Chancen

Nach der Pause war der VfB dann dran, doch Führich, Undav und Dzenan Pejcinovic vergaben beste Chancen. Als der Ball tatsächlich mal im Tor lag nach Führichs Schlenzer, stand Undav bei seinem vorherigen Lattentreffer im Abseits.

Von der Elf von Heim-Coach Okan Buruk, der Nationalspieler Leroy Sané in der 77. Minute einwechselte, kam offensiv fast nichts mehr. Für den zweiten Sieg in der Ligaphase reichte es trotzdem.

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