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Erster Moschee-Neubau in Thüringen eröffnet

Fast zehn Jahre dauerte die Umsetzung des Projekts. Nun hat die Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt ihre Moschee. Es ist der erste Neubau dieser Art in Thüringen.

Von dpa

14.02.2026

Nach jahrelanger Bauzeit ist eine Moschee der Ahmadiyya Gemeinde in Erfurt eröffnet worden.Bodo Schackow/dpa

Nach jahrelanger Bauzeit ist eine Moschee der Ahmadiyya Gemeinde in Erfurt eröffnet worden.Bodo Schackow/dpa

© Bodo Schackow/dpa

Thüringens erster Moschee-Neubau ist nach jahrelanger Bauzeit und vielen Anfeindungen in Erfurt eröffnet worden. Die Mahmud-Moschee in einem Ortsteil der Landeshauptstadt wurde von der Ahmadiyya Gemeinde erbaut. Nach deren Angaben handelt es sich um das erste muslimische Gotteshaus mit Kuppel und einem kleinen Minarett in den fünf ostdeutschen Bundesländern. Am Sonntag sei die Öffentlichkeit zu einem „Tag der offenen Moschee“ eingeladen.

Zu den Gästen der Eröffnungsfeier gehörten Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, der jüdischen Landesgemeinde sowie Landes- und Kommunalpolitiker. 

Moschee soll nicht nur Gebetshaus sein 

„Der Weg bis hierher war lang und von Herausforderungen und Prüfungen geprägt“, sagte der Sprecher der Erfurter Ahmadiyya-Gemeinde, Mohammad Suleman Malik. Die Moschee solle ein Haus des Gebets sein, aber auch ein Haus des Dialogs, des Respekts - sie solle „eine Brücke bauen zwischen Menschen und zwischen Religionen“. Die Gemeinde stehe zu Prinzipien wie Friedfertigkeit, Transparenz, Offenheit und Dialog sowie für soziales Engagement.

Thüringens ehemaliger Ministerpräsident, Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow (Linke), sagte zur Aufschrift auf einer Moschee-Wand „Liebe für alle, Hass für keinen“, das sei eine der großartigsten Botschaften, die er kenne. Ramelow und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) bezeichneten die Religionsfreiheit als eine der wichtigsten Lehren aus der deutschen Geschichte. 

Gemeinde seit 1990 in Erfurt präsent 

Nach Bekanntgabe des Projekts 2016 und noch vor dem Baustart 2018 hatte es Proteste gegen den Neubau der relativ kleinen Moschee und Anfeindungen gegen die Gemeinde gegeben. Gegner des Projekts hatten etwa in der Nähe des Baugeländes große Holzkreuze und Holzspieße mit Schweinekadavern aufgestellt. Während der Bauarbeiten kam es immer wieder zu Verzögerungen, auch wegen der Corona-Pandemie.

Die Ahmadiyya-Gemeinde zählt nach Angaben ihres Sprechers in Thüringen rund 100 Mitglieder. Die Gemeinde in Erfurt besteht seit September 1990. Bundesweit gibt es demnach etwa 60.000 Ahmadi-Muslime in 250 Gemeinden. Die Religionsgemeinschaft wurde 1889 in Indien gegründet. In einigen Ländern, vor allem Pakistan, ist sie Verfolgungen ausgesetzt.

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