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Erfurter stimmen Athletenvereinbarung mit Forderung zu

Der Streit um die Strukturreform im deutschen Eisschnelllauf ist noch nicht beigelegt. Zwar haben die Erfurter Kader die Athletenvereinbarung unterschrieben, aber nur unter Forderungen.

Von dpa

27.06.2026

Nach einigem Wirbel haben die Erfurter Bundeskader die Athletenvereinbarung unterschrieben. (Archivbild)Britta Pedersen/dpa

Nach einigem Wirbel haben die Erfurter Bundeskader die Athletenvereinbarung unterschrieben. (Archivbild)Britta Pedersen/dpa

© Britta Pedersen/dpa

Nach dem Wirbel um ein neues Strukturkonzept haben die davon betroffenen Erfurter Eisschnellläufer nun doch die vom Verband geforderte Athletenvereinbarung unterschrieben. Alle Kadersportler des Bundesstützpunktes Erfurt hätten dies zum Stichtag an diesem Freitag getan, wie die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft mitteilte. Allerdings fügten sie einen sogenannten „Side Letter“ mit „Hinweisen, Erwartungen und Forderungen“ bei. 

„Den von ihnen zusätzlich übersandten Side Letter werden wir sorgfältig prüfen und uns zeitnah mit den darin formulierten Anliegen und Forderungen beschäftigen“, erklärte DESG-Präsident Matthias Große in einer Verbandsmitteilung. 

Wirbel im Vorfeld

Im Vorfeld hatte es einigen Wirbel gegeben. Das Präsidium des Thüringer Eis- und Rollsportverbandes (Terv) hatte den Kaderathletinnen und -athleten am Bundesstützpunkt Erfurt geraten, die Athletenvereinbarung in der vom DESG-Präsidium vorgelegten Fassung, die mit einem Standortwechsel nach Berlin oder Inzell verknüpft ist, nicht zu unterschreiben. 

Demnach sollen ab Juli die Kaderathleten auf die Standorte Inzell (Mehrkampf und Langstrecke) sowie Berlin (Sprint) konzentriert werden. Die Bundesstützpunkte in Erfurt und Chemnitz sollen „insbesondere im Nachwuchsbereich eine zentrale Rolle übernehmen“, erklärte Große zuletzt auf dpa-Anfrage über eine Anwaltskanzlei. Das kommt aber einer Degradierung gleich. Immerhin stellte Erfurt mit Jungstar Finn Sonnekalb an der Spitze das Gros der Starter bei den Olympischen Winterspielen in Mailand.

DESG-Schreiben an Arbeitgeber

Für zusätzliche Aufregung hatte ein Schreiben der DESG-Führung an Bundeswehr, Bundespolizei und Landespolizeien als Arbeitgeber der Sportler über die Sportförderstellen gesorgt. Diese sollten dem Verband gegenüber schriftlich bestätigen, „dass Sie Ihre dem Bundeskader angehörenden Athletinnen und Athleten entsprechend anweisen, der beschriebenen neuen Trainingsstruktur zu folgen und sich an den jeweils zugewiesenen Bundesstützpunkt zu orientieren“. Zugleich wird in dem Schreiben, das der dpa vorliegt, auf einen Hauptsponsor mit Sitz in Bayern verwiesen, der „ein berechtigtes Interesse an der Stärkung des Standorts Inzell“ habe.

Der Thüringer Landesverband reagierte darauf irritiert und kritisierte, „ob tatsächlich ausschließlich objektive und sportfachliche Gründe zur Strukturentscheidung des DESG-Präsidiums geführt haben“. Große hatte bereits auf der abgebrochenen Mitgliederversammlung im Mai 2025 in Berlin eher beiläufig die Konzentration auf Berlin und Inzell öffentlich gemacht: „Die CSU-Politiker wollen Bayern im Fokus sehen und die Berliner Politiker Berlin.“ 

Der Thüringer Verband hatte wegen der nicht abgestimmten Strukturreform und des Drucks auf die Erfurter Sportler das gesamte DESG-Präsidium bereits zum Rücktritt aufgefordert. Die Verbandsspitze wies dies zurück.

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