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Demenz wird in Hessen häufiger zur Todesursache

Während die Zahl der Todesfälle in Hessen insgesamt zum dritten Mal in Folge sinkt, steigen die Demenztodesfälle kräftig. Wer besonders oft betroffen war, zeigt ein Blick auf die Zahlen.

Von dpa

04.11.2026

Insgesamt sind 2025 in Hessen 71.080 Menschen verstorben. (Symbolbild) Andreas Arnold/dpa

Insgesamt sind 2025 in Hessen 71.080 Menschen verstorben. (Symbolbild) Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Demenz wird in Hessen immer häufiger zur Todesursache. Wie das Hessische Statistische Landesamt berichtet, ist die Zahl der Demenztoten von 2015 bis 2025 um rund 55 Prozent gestiegen. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 4.660 Menschen an Demenz verstorben. Zwei Drittel davon waren weiblich, wie das Landesamt mitteilte. 

Alter und Geschlecht als Risikofaktoren

Damit ist die Zahl der Demenztoten im Vergleich zu 2024 um fast 12 Prozent angestiegen. Etwa 88 Prozent der Verstorbenen seien mindestens 80 Jahre alt. Den Angaben des Landesamts zufolge wird die Zahl der Demenztodesfälle auch durch die Altersstruktur der Bevölkerung beeinflusst. Eine alternde Bevölkerung könne so zu mehr Todesfällen führen.

Das bestätigt auch Johannes Pantel, Leiter des Arbeitsbereichs Altersmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Je älter ein Mensch wird, desto eher „steigt exponentiell auch das Risiko, an einer Demenz zu leiden“, erklärte Pantel. Da Frauen durchschnittlich länger lebten, steige auch ihr Anteil bei den Demenzerkrankten. 

Allgemeinzustand ist ausschlaggebend

Zugleich habe sich jedoch auch das Bewusstsein in der Ärzteschaft entwickelt, wodurch die Diagnose der Demenz häufiger vergeben werde. „Die Demenz ganz unmittelbar ist selten die direkte Todesursache“, ergänzte Pantel. Vielmehr führe Demenz häufig zu Pflegebedürftigkeit. Weniger Nahrungsaufnahme, viel Liegen, Druckgeschwüre und Lungenentzündungen seien häufige Begleiterscheinungen. Es gehe vor allem um den Allgemeinzustand, in welcher sich ein Mensch mit fortgeschrittener Demenz häufig befindet, der zum Tod führe.

Gesamt betrachtet nimmt der Anteil an Demenzerkrankten zu. Individuell sinke das Risiko jedoch, erklärte Pantel. Heutige 70-Jährige hätten aufgrund der Lebensumstände damit ein höheres Risiko zu erkranken als künftige 70-Jährige. 

2025 waren knapp 88 Prozent der an Demenz Verstorbenen mindestens 80 Jahre alt. (Symbolbild)Christoph Reichwein/dpa

2025 waren knapp 88 Prozent der an Demenz Verstorbenen mindestens 80 Jahre alt. (Symbolbild)Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Sterbefälle sinken das dritte Jahr in Folge

Insgesamt sind im vergangenen Jahr 71.080 Menschen in Hessen verstorben, 0,7 Prozent weniger als 2024. Die Zahl der Sterbefälle ging das dritte Jahr in Folge zurück, hieß es weiter. 

Die häufigste Todesursache waren Krankheiten im Herzkreislaufsystem. Hieran starben mit 24.600 Personen mehr als ein Drittel der Menschen. Die zweithäufigste Todesursache waren Krebserkrankungen: Etwas mehr als ein Viertel, also 16.160 Menschen, starben an Folgen bösartiger Neubildungen. Dritthäufigste Ursache waren Krankheiten im Atmungssystem.

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